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Urgent Action − Malawi

Rückgabe versteigerter Güter von Geflüchteten sicherstellen

Athanase Mvuyekure ist ein anerkannter Flüchtling aus der Demokratischen Republik Kongo. Er und 38 weitere Flüchtlinge und Asylsuchende in Malawi fordern die Rückgabe von 79 Schiffscontainern, die von der Polizei der Republik Malawi und den malawischen Streitkräften am 17. Mai 2023 beschlagnahmt und am 11. März 2026 versteigert wurden. Athanase Mvuyekure nutzte einen Schiffscontainer als Lager. Darin lagerte er Waren vor ihrem Verkauf. Die malawischen Behörden müssen sicherstellen, dass Athanase Mvuyekure und alle anderen Personen, die ihre Container zurückfordern, die Container und ihren Inhalt oder deren Wert zurückerhalten.

Jetzt mitmachen

Setzen Sie sich für Athanase Mvuyekure ein: 
Senden Sie einen Appellbrief per Post, E-Mail oder X/Twitter.

Mitmachen bis 30 September 2026

Briefvorlagen

Adressen

Minister für Innere Sicherheit:
Hon. Peter Mukhitho
Ministry of Homeland Security
Private Bag 31054
Capital Hill Floor No:2
Lilongwe 3
MALAWI
E-Mail: mukhitomwale@gmail.com
mit Kopie an: mebrahth@unhcr.org
Twitter/X: @MalawiGovt

Appelle können zusätzlich an folgende Adresse gesendet werden: 
His Excellency Prof. Peter Mutharika 
Office of the President  
Private Bag 301,  
Capital City,  
Lilongwe 3,  
MALAWI
E-Mail: ogpsecretariat@opc.gov.mw  
X/Twitter: @MalawiGovt  
Facebook: Malawi Government   

Kopien an 

UNHCR Representative, Helen Mebrahtu
E-Mail: mebrahth@unhcr.org  

Ambassade de la République du Malawi
Rue du Pré-de-la-Bichette 1
1202 Genève
Fax: 022 730 17 53
E-Mail: mission.malawi@mwgva.org

Social Media Guide

X/Twitter: @MalawiGovt  
Facebook: Malawi Government   

Suggested messaging 

@MalawiGovt have auctioned containers confiscated from refugees in 2023. Yet 39 refugees had come forward claiming 79 containers. Those goods were their livelihoods and must be returned [Insert link to UA] 

Authorities must clarify whether the 39 claims for 79 containers were properly reviewed and provide remedies where rights were violated. [Insert link to UA] 

The lost property for refugee and asylum seekers cannot be ignored. Those whose containers were auctioned must have access to justice and effective remedies. [Insert link to UA] 

@MalawiGovt For many refugees, the containers represented years of work and survival. Justice now means transparency, accountability, and remedies for those affected. [Insert link to UA]

Hintergrund

Es besteht grosse Sorge angesichts der Beschlagnahmung und Versteigerung von Gütern, die Flüchtlingen und Asylsuchenden in Malawi gehören.

Athanase Mvuyekure, ein 42-jähriger Staatsangehöriger der Demokratischen Republik Kongo mit Flüchtlingsstatus in Malawi, und 38 weitere Flüchtlinge haben versucht, ihre 79 Container zurückzufordern, die im Mai 2023 im Rahmen der Vollstreckungsmassnahmen beschlagnahmt wurden. Damals wurden Flüchtlinge verpflichtet, in das Dzaleka-Flüchtlingslager in Malawi zurückzukehren, und ihre Waren und Container wurden beschlagnahmt. Denn die Flüchtlinge durften sie nicht dorthin mitnehmen. Im Februar 2026 erfuhren Athanase Mvuyekure und andere Flüchtlinge und Asylsuchende aus den Medien, dass die beschlagnahmten Güter versteigert werden sollten, obwohl sie sich gemeldet hatten, um sie zurückzufordern. Athanase Mvuyekure lebt mit seiner Frau und seinen drei minderjährigen Kindern zusammen und verdient Geld für seine Familie mit einem kleinen Handelsgeschäft. Vor der Beschlagnahmung seiner Waren nutzte Athanase Mvuyekure einen Schiffscontainer zum Lagern seiner Waren, darunter Getreide und andere Güter. Der Container und die darin befindlichen Waren stellten die Hauptquelle für seinen Lebensunterhalt und die Ersparnisse dar, die er zur Versorgung seiner Familie gebildet hatte. Die Beschlagnahmung hatte daher tiefgreifende Auswirkungen auf sein Auskommen und die Lebensgrundlage seiner Familie.

Die Beschlagnahmung und Versteigerung von Flüchtlingsgütern sind sowohl nach malawischem Recht als auch nach den internationalen Verpflichtungen des Landes äusserst bedenklich. Nach Artikel 28 der malawischen Verfassung darf niemandem willkürlich das Eigentum entzogen werden, und Artikel 43 garantiert das Recht auf rechtmässiges und verfahrensgerechtes Handeln der Behörden. Die Versteigerung von Waren, die von den Eigentümer*innen zurückgefordert wurden, ohne ihnen eine realistische Möglichkeit zu geben, ihr Eigentum zurückzuerhalten oder die Entscheidung anzufechten, kann daher gegen diese verfassungsrechtlichen Schutzbestimmungen verstossen.

Im Mai 2023 beschlagnahmten die Behörden im Zuge von Vollstreckungsmassnahmen der Regierung, die Flüchtlinge zur Umsiedlung in bestimmte Lager aufforderten, Schiffscontainer und Waren, die Flüchtlingen und Asylsuchenden gehörten, die in verschiedenen Stadtgebieten kleine Geschäfte betrieben hatten. Viele dieser Container dienten als Lagerräume und Lager für Waren, die die Haupteinnahmequelle der Eigentümer*innen darstellten. Damals trauten sich einige Flüchtlinge nicht, ihr Eigentum einzufordern, weil sie im Zuge des harten Vorgehens gegen Flüchtlinge und Asylsuchende, die ausserhalb der ausgewiesenen Lager lebten, festgenommen, inhaftiert, geschlagen und abgeschoben wurden.

Seit November 2025 bemüht sich die lokale Nichtregierungsorganisation Inua Advocacy gemeinsam mit anderen Aktivist*innen bei den Behörden um eine Klärung der Rückgabe der beschlagnahmten Waren. Im Februar 2026 erfuhren die Flüchtlinge durch Medienberichte, dass diese Container und die darin befindlichen Waren versteigert werden sollten, nachdem sie als „nicht abgeholt“ eingestuft worden waren. Inzwischen haben sich jedoch mehrere Flüchtlinge gemeldet, um ihre Eigentumsrechte geltend zu machen. Bislang haben 39 Personen Anträge für insgesamt 79 Container eingereicht.

Ebenfalls im Februar 2026 trafen sich Vertreter*innen von Inua Advocacy und andere Aktivist*innen mit dem Staatssekretär und Vertretern der Polizei und dem Ministerium für Flüchtlinge. Dort erklärte Inua Advocacy, dass sie über die Medien von der geplanten Versteigerung erfahren und versucht hatte, die Behörden zu kontaktieren, bevor die Organisation eine Erklärung veröffentlichte. Die Vertreter*innen der Polizei bestätigten zwar die Existenz eines Gerichtsbeschlusses, mit dem die Versteigerung genehmigt wurde, eine Kopie wurde auf Anfrage zunächst aber nicht vorgelegt. Der Staatssekretär äusserte sich besorgt über die öffentliche Erklärung, sagte aber zu, dass die Behörden die Fälle überprüfen und möglicherweise von der Auktionsliste streichen würden, wenn Inua eine aktualisierte Liste der Antragsteller*innen und ihrer Container vorlegen würde. Inua legte daraufhin eine Liste mit 39 Personen vor, die 79 Container zurückforderten.

Ein*e Jurist*in der Polizei wandte jedoch ein, dass einige der Container Unregelmässigkeiten bei den Lizenzen aufwiesen. Der Rechtsbeistand von Inua Advocacy stellte diese Behauptung in Frage und wies darauf hin, dass die Container ursprünglich wegen des Verdachts auf kriminellen Inhalt wie Waffen oder Drogen und nicht wegen Verstössen gegen die Lizenzbestimmungen beschlagnahmt worden waren. Trotz wiederholter Bitten von Inua Advocacy um Bestätigung, dass die eingereichten Rückgabeanträge geprüft werden, haben die Behörden darauf nicht reagiert. Inua Advocacy und andere Aktivist*innen versuchten, die Versteigerung zu stoppen, aber für den fehlenden Zugang zu den Gerichtsdokumenten im Zusammenhang mit der Versteigerung wurde keine Abhilfe geschaffen.

Malawi ist an internationale Menschenrechtsnormen gebunden, darunter die Flüchtlingskonvention von 1951, Artikel 6 des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, in dem das Recht auf Arbeit anerkannt wird, der das Recht eines jeden auf die Möglichkeit einschliesst, seinen Lebensunterhalt durch eine frei gewählte oder angenommene Arbeit zu verdienen, sowie das Recht der Staaten, geeignete Massnahmen zum Schutz dieses Rechts zu ergreifen. Darüber hinaus ist Malawi dem Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte und der Afrikanischen Charta der Menschenrechte und Rechte der Völker verpflichtet. Letztere fordern den Schutz der Eigentumsrechte, den Zugang zur Justiz und eine faire Behandlung von Flüchtlingen, die sich rechtmässig im Land aufhalten.

Details

UA-Nummer:
Erscheinungsdatum | Aktualisiert am:
Index:
UA 021/26
23.03.2026 | -
AFR 36/0838/2026
Voraussichtlich mitmachen bis: 30. September 2026
Ganze Urgent Action (Word): deutsch
english
Nur der Modellbrief (Word): deutsch
english

Da sich eine Situation ändern kann, prüfen Sie bitte vor dem Versenden, ob die Briefaktion noch aktiv ist.

English version

Auctioned goods of refugees must be reclaimed

Athanase Mvuyekure, a 42-year-old national of the Democratic Republic of Congo with recognized refugee status, and 38 other refugees and asylum seekers in Malawi are seeking the return of their 79 ship-ping containers confiscated by the Malawi Republic Police and Malawi Defence Force on 17 May 2023 and auctioned on 11 March 2026. Prior to the confiscation of his goods, Athanase Mvuyekure used a shipping container as a warehouse where he stored merchandise for sale, including grain and other commodities. The Malawi authorities must ensure that Athanase Mvuyekure and all other individuals who have come forward to claim containers are given a clear, transparent process to verify ownership and reclaim their goods.

In May 2023, during government enforcement measures requiring refugees to relocate to designated camps, authorities confiscated shipping containers and goods belonging to refugees and asylum seekers who had been operating small businesses in various urban areas. Many of these containers were used as storage facilities and warehouses for merchandise that constituted the owners’ primary source of livelihood. At the time, some refugees were afraid to come forward to claim their property due to arrests, detention, beatings, and deportations that occurred during the crackdown on refugees and asylum seekers living outside designated camps.

Since November 2025 a local non-governmental organization Inua Advocacy, together with other activists, engaged authorities to seek clarification about the return of claimed goods. In February 2026, refugees learned through media reports that these containers and the goods inside them were scheduled to be auctioned after being deemed «unclaimed». However, several refugees have since come forward to assert ownership of their property. To date, 39 individuals have submitted claims for a total of 79 containers.

Also in February 2026, Inua Advocacy and other stakeholders met the Principal Secretary and representatives from the police and the Department of Refugees where Inua explained that it had learned of the planned auction through the media and had attempted to contact the authorities before issuing a public statement. While police officials confirmed the existence of a court order authorizing the auction, a copy was not initially provided when requested. The Principal Secretary expressed concern about the public statement but agreed that if Inua submitted an updated list of claimants and their containers, the authorities would review the cases and potentially remove them from the auction list. Inua subsequently submitted a list of 39 individuals claiming 79 containers. However, a police legal representative suggested that some of the containers involved licensing irregularities. Inua’s counsel challenged this position, noting that the containers had originally been confiscated on suspicion of serious criminal content, such as weapons or drugs, rather than licensing violations. Despite repeated requests by Inua for confirmation that the submitted claims had been reviewed, authorities have not provided a response. Inua Advocacy and other stakeholders attempted to halt the auction however the lack of access to court documents relating to the auction was not made available.

Malawi is bound by international human rights law and standards, including the 1951 Refugee Convention; Article 6 of the International Covenant on Economic, Social and Cultural Rights which recognize the right to work, which includes the right of everyone to the opportunity to gain his living by work which he freely chooses or accepts, and for states to take appropriate steps to safeguard this right; the International Covenant on Civil and Political Rights; and the African Charter on Human and Peoples’ Rights, which require the protection of property rights, access to justice, and fair treatment of refugees lawfully present in the country.

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Please take action before 30 September 2026.

You'll find all necessary adddress- and social media information above. English model letter as a word-file.