Portrait Daria Egereva
Portrait Daria Egereva © Denis Kostrov
Offen
Urgent Action − Russland

Indigene Aktivistin in Haft

Daria Egereva ist eine Repräsentantin der Selkup – einer der kleinen indigenen Gruppen Westsibiriens. Sie ist ausserdem eine der Vorsitzenden des Internationalen Forums indigener Völker zum Klimawandel und geniesst grosse Anerkennung für ihre führende Rolle bei der weltweiten Förderung der Rechte indigener Gemeinschaften. Daria Egereva wurde im Dezember 2025 festgenommen. Zur selben Zeit wurden die Wohnungen von mindestens 17 weiteren indigenen Aktivist*innen und Menschenrechtsverteidiger*innen durchsucht. Dies deutet auf ein breiteres repressives Vorgehen gegen die indigene Zivilgesellschaft hin.

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Mitmachen bis 1. Juli 2026

Briefvorlagen

Adressen

Leiter des Ermittlungskomitees der Russischen Föderation:
Head of the Investigative Committee of the Russian Federation
Bastrykin Aleksander Ivanovich
2 Tehnicheskiy Pereulok
Moscow, 105005
Russian Federation

Kopien an 

Botschaft der Russischen Föderation
Brunnadernrain 37, Postfach
3000 Bern 16
Fax: 031 352 55 95
E-Mail: embassy.bern@mid.ru
Facebook: /RusEmbSwiss
X/Twitter: /RusEmbSwiss

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Suggested messages
Indigenous rights defender Daria Egereva is detained in Russia for her advocacy work. She faces up to 20 years in prison. Demand that all charges against her are dropped and she is immediately released. 

Indigenous rights defender Daria Egereva is detained in Russia amid a wider crackdown on Indigenous activists. She faces up to 20 years in prison. Call on the authorities to drop all charges and release her immediately.

Please use hashtag
#FreeDariaEgereva 

Hintergrund

Am 17. Dezember 2025 wurde die Menschenrechtsverteidigerin für die Rechte indigener Gemeinschaften, Daria Egereva, festgenommen und Anklage wegen «Beteiligung an den Aktivitäten einer terroristischen Organisation» gegen sie erhoben.

Daria Egereva ist eine bekannte Menschenrechtsverteidigerin und Klimaaktivistin, die sich seit langem auf internationaler Ebene für indigene Gemeinschaften einsetzt. Ihre Arbeit konzentriert sich ausschliesslich auf Klimafragen, indigene Kultur, Sprache und Frauenrechte. Darias Strafverfolgung scheint eine direkte Vergeltungsmassnahme für ihre Menschenrechtsarbeit zu sein.

Die Gesetze zur Terrorismusbekämpfung dürfen nicht dazu missbraucht werden, die indigene Zivilgesellschaft ins Visier zu nehmen und diejenigen zum Schweigen zu bringen, die sich für die Förderung und den Schutz der Rechte von Minderheiten und marginalisierten Gemeinschaften einsetzen.

Daria Egereva wurde am 17. Dezember 2025 in Moskau festgenommen, nachdem sie von der COP30-Klimakonferenz der Vereinten Nationen im brasilianischen Belém zurückgekehrt war. Anschliessend klagten die russischen Behörden sie nach Paragraf 205.5, Teil 2 des Strafgesetzbuchs wegen «Beteiligung an den Aktivitäten einer terroristischen Organisation» an. Dieses Vergehen kann mit einer Haftstrafe von 10 bis 20 Jahren geahndet werden.

Die Anklagen stehen im Zusammenhang mit ihrer vermeintlichen Beteiligung am Aborigen Forum. Dies ist ein informelles Netzwerk von Expert*innen, Sprecher*innen und Aktivist*innen, die die Gesetzgebung analysieren und sich für die Rechte, Interessen und Kulturen indigener Gemeinschaften einsetzen. 2024 stufte der Oberste Gerichtshof Russlands 172 Organisationen, die mit ethnischen Minderheiten oder indigenen Gemeinschaften in Verbindung stehen, als «terroristisch» ein. Eine dieser Organisationen war das Aborigen Forum. Daria Egereva vertritt das Centre for Support of Indigenous Small-Numbered Peoples of the North, eine Mitgliedsorganisation des Forums.

Zum Zeitpunkt der Festnahme von Daria Egereva wurden auch die Wohnungen von mindestens 17 weiteren indigenen Aktivist*innen und Menschenrechtsverteidiger*innen durchsucht, was auf ein breiteres repressives Vorgehen gegen die indigene Zivilgesellschaft hindeutet. Am 12. März 2026 fand vor dem Moskauer Bezirksgericht Basmanny eine Anhörung über die Verlängerung ihrer Untersuchungshaft statt. Auf Antrag der ermittelnden Behörden verlängerte das Gericht ihre Haft um weitere drei Monate. Die Anhörung war öffentlich und wurde von Diplomat*innen mehrerer Botschaften sowie von Daria Egerevas Ehemann und Kindern besucht.

Daria Egereva ist eine Repräsentantin der Selkup – einer der kleinen indigenen Gruppen Westsibiriens. Die Selkup sind eine indigene Gemeinschaft aus dem Norden, das etwa 3.500 Menschen zählt und hauptsächlich in der Region Jamal-Nenzen und Oblast Tjumen sowie in der Region Tomsk und der Region Krasnojarsk lebt.

Daria Egereva ist auch eine bekannte Menschenrechtsverteidigerin und Klimaaktivistin, die sich seit langem auf internationaler Ebene für indigene Gemeinschaften einsetzt. Sie ist ausserdem eine der Vorsitzenden des Internationalen Forums indigener Völker zum Klimawandel und geniesst grosse Anerkennung für ihre führende Rolle bei der weltweiten Förderung der Rechte indigener Gemeinschaften. Sie ist auch langjähriges Mitglied der Indigenenorganisation CSIPN.

Details

UA-Nummer:
Erscheinungsdatum:
Index:
UA 026/26
08.04.2026
EUR 46/0875/2026
Voraussichtlich mitmachen bis 1. Juli 2026
Ganze Urgent Action (Word): deutsch
english
Nur der Modellbrief (Word): deutsch
english

Da sich eine Situation ändern kann, prüfen Sie bitte vor dem Versenden, ob die Briefaktion noch aktiv ist.

English version

Indigenous leader detained in Russia 

Daria Egereva is a representative of the Selkup people - one of the small Indigenous groups of Western Siberia in Russia. She also serves as Co-Chair of the International Indigenous Peoples’ Forum on Climate Change (IIPFCC) and is widely recognized for her leadership in advancing Indigenous rights globally. Daria was detained in December 2025. At the same time, searches were conducted at the homes of at least 17 other Indigenous activists and human rights defenders, suggesting a broader crackdown on Indigenous civil society.

Daria Egereva was detained in Moscow on 17 December 2025 after returning from the COP30 United Nations Climate Conference in Belém, Brazil. The Russian authorities have charged her under Article 205.5, Part 2 of the Criminal Code («participation in the activities of a terrorist organisation»), an offence that carries a possible sentence of 10 to 20 years in prison.

The charges are linked to her alleged involvement in the Aborigen Forum, an informal network of experts, leaders, and activists that analyse legislation and advocate for the rights, interests, and cultures of Indigenous communities. In 2024, the Supreme Court of Russia designated 172 organisations linked to ethnic minorities or Indigenous peoples as «terrorist», including the Aborigen Forum. Daria represented the Centre for Support of Indigenous Small-Numbered Peoples of the North, a member organisation of the Forum.

At the time of Daria’s arrest, searches were conducted at the homes of at least 17 other Indigenous activists and human rights defenders, suggesting a broader crackdown on Indigenous civil society. On 12 March, the Basmanny District Court of Moscow held a hearing on the extension of her pre-trial detention. At the request of the investigation, the court extended her detention for an additional three months. The hearing was open to the public and attended by diplomats from several embassies, as well as Daria’s husband and children.

Daria Egereva is an Indigenous rights defender from Russia and a representative of the Selkup people, one of the small Indigenous groups of Western Siberia. The Selkup are a northern Indigenous people numbering approximately 3,500 individuals, primarily living in the Yamalo-Nenets Autonomous Okrug and Tyumen Region, as well as in Tomsk Region and Krasnoyarsk Krai.

Daria Egereva is also a prominent human rights defender and climate activist who has long engaged in international advocacy for Indigenous peoples. She serves as Co-Chair of the International Indigenous Peoples’ Forum on Climate Change (IIPFCC) and is widely recognised for her leadership in advancing Indigenous rights globally. Her work has focused on climate issues, Indigenous cultures and languages, and the rights of Indigenous women. She is also a long-time member of the Centre for Support of Indigenous Peoples of the North (CSIPN).

 

Please take action before 1 July 2026.

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