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Setzen Sie sich für Defne Güzel ein: Senden Sie einen Appellbrief per Post, E-Mail oder Fax und tweeten/posten Sie in den sozialen Medien.
| Mitmachen bis 29. Oktober 2026 |
Briefvorlagen
Portokosten Postversand:
Europa: CHF 1.90
Übrige Länder: CHF 2.50
Schweiz (für Kopien an die Botschaft): A-Post CHF 1.20 / B-Post CHF 1.–
Weltweite Briefzustellung: Der Versand von Briefen ist in fast alle Länder möglich. Trotzdem kann der Zustellservice aus unterschiedlichen Gründen zeitweise eingestellt werden. Wir aktualisieren die Infos soweit möglich. Bitte prüfen Sie vorher bei der Schweizer Post, ob Briefe im Zielland aktuell zugestellt werden: Verkehrseinschränkungen ›
Social Media: Infos, Vorschläge und Adressen finden Sie unter SOCIAL MEDIA GUIDE
Weitere Infos sowie Q&As zum Mitmachen bei den Urgent Actions finden Sie hier oder Sie können uns gerne fragen
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Adressen
Leiter der Staatsanwaltschaft von Ankara:
Gökhan Karaköse
Ankara Chief Public Prosecutor
Hacı Bayram Veli Mahallesi Atatürk Bulvarı No:40
Sıhhiye/Ankara
TÜRKIYE
Fax: +90 (312) 309 4570 oder +90 (312) 309 4571
E-Mail: ankaracbs@adalet.gov.tr
Weitere wichtige Zielpersonen:
(Die Einbeziehung dieser Personen/Behörden gewährleistet eine breitere Sichtbarkeit und kann den Druck verstärken)
Chair of the Human Rights Inquiry Committee of the Grand National Assembly of Turkey (TBMM)
E-Mail: derya.yanik@tbmm.gov.tr
Council of Europe Commissioner for Human Rights
E-Mail: info.commissioner@coe.int
UN Special Rapporteur on the promotion and protection of the right to freedom of opinion and expression
E-Mail: hrc-sr-freedex@un.org
UN Special Rapporteur on freedom of peaceful assembly and of association
E-Mail: hrc-sr-freeassembly@un.org
UN Special Rapporteur on the situation of human rights defenders
E-Mail: hrc-sr-defenders@un.org
UN Independent Expert on sexual orientation and gender identity (SOGI)
E-Mail: hrc-ie-sogi@un.org oder urgent-action@ohchr.org
UN Independent Expert on human rights and international solidarity
E-Mail: hrc-ie-solidarity@un.org
EU Delegation to Türkiye
E-Mail: DELEGATION-TURKIYE@eeas.europa.eu
Kopien an
Botschaft der Republik Türkei
Lombachweg 33, Postfach 34
3000 Bern 15
Fax: 031 352 88 19
E-Mail: botschaft.bern@mfa.gov.tr
Social Media Guide
Targets:
Council of Europe Commissioner for Human Rights
X/Twitter: @CommissionerHR
EU Delegation to Türkiye
X/Twitter: @EUDelegationTur
UN Special Procedures
X/Twitter: @UN_SPExperts
Suggested messaging and hashtags:
- Defne Güzel Must Not Be Prosecuted!
- Rights Advocacy Is Not a Crime!
Option 1)
LGBTI+ rights defender Defne Güzel is on trial in Türkiye for her human rights work. She faces the threat of imprisonment, while her organisation risks dissolution.
This case represents a direct attack on freedom of expression & association.
Drop the charges now. [link to UA]
Option 2)
Defne Güzel, president of the 17 May Association, is facing criminal charges over online content related to LGBTI+ rights in Türkiye.
If convicted, she could face imprisonment and the association may be forcibly closed.
This must stop. [link to UA]
Option 3)
Criminalising LGBTI+ advocacy is a violation of international human rights law.
Defne Güzel is being prosecuted for legitimate civil society activities in Türkiye.
Authorities must immediately drop all charges. [link to UA]
Hashtags:
#DefneGuzel #StandWithDefne #LGBTI+Rights #HumanRights #FreedomOfExpression #FreedomOfAssociation
Engagement Actions:
Please retweet/share, comment with solidarity messages, and tag the relevant accounts; share the petition alongside these posts to maximize visibility.
Hintergrund
Es besteht grosse Sorge wegen der strafrechtlichen Verfolgung der Vorsitzenden des Verein 17. Mai (17 Mayıs) Derneği, Defne Güzel, nach Paragraf 32(p) des Gesetzes über Vereine und Verbände (Gesetz Nr. 5253). Der Verein 17. Mai ist eine zivilgesellschaftliche Organisation, die sich für die Rechte von LGBTI* stark macht. Die Strafverfolgung wurde im Anschluss an die jüngste Prüfung des Vereins aufgenommen, bei der die Behörden zu dem Schluss kamen, dass die auf der Website des Vereins und seinen Social-Media-Plattformen verbreiteten Inhalte gegen das Vereinsgesetz verstossen. Dazu gehören Broschüren und audiovisuelles Material. Die Strafverfolgungsbehörden behaupten, dass der Inhalt nicht den rechtmässigen Zielen des Vereins entspricht und als Verstoss gegen die Bestimmungen zum Schutz der moralischen, psychologischen und sozialen Entwicklung angesehen wird.
Im Falle einer Verurteilung drohen Defne Güzel eine Haftstrafe von einem bis drei Jahren sowie eine Geldstrafe. Darüber hinaus könnte ein Schuldspruch die Auflösung des Vereins zur Folge haben.
Diese strafrechtliche Verfolgung stützt sich auf vage und zu weit gefasste Konzepte von «Moral» und «öffentlicher Ordnung», die das rechtmässige Eintreten für LGBTI* kriminalisieren. Die Strafverfolgung gibt Anlass zu grosser Sorge im Hinblick auf die Einhaltung internationalen Menschenrechtsnormen zur Meinungs- und Vereinigungsfreiheit.
Defne Güzel ist Expertin für die Beobachtung und Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen an LGBTI* und für die Bekämpfung von Hassverbrechen und Diskriminierung. Neben ihrer Arbeit für den Verein 17. Mai hat sie sich bei Bursa Özgür Renkler und Kaos GL für die Dokumentation und Überwachung von Verletzungen der Rechte von LGBTI* stark gemacht. Sie ist auch bekannt für ihre Arbeit zu den Rechten von LGBTI*, die mit HIV leben, und ist eine der Gründer*innen von Pozitif Alan, einer Initiative, die sich für deren Rechte einsetzt. Defne Güzel ist auch Mitglied in einer Reihe anderer Menschenrechtsorganisationen und aktiv auf mehreren Plattformen.
Der Verein 17. Mai ist einer der vielen LGBTI-Vereine, die im Jahr 2024 einer Welle von Prüfungen unterzogen wurden. Die Prüfungen wurden von der Direktion für die Beziehungen zur Zivilgesellschaft in Ankara durchgeführt, die dem Innenministerium untersteht. Obwohl der Verein bei der Prüfung nicht auf Verstösse aufmerksam gemacht wurde, reichte die Direktion am 21. November 2024 eine Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft Ankara ein, in der behauptet wurde, dass einige Inhalte auf der Website des Vereins und in den Sozialen Medien nicht mit den Satzungszielen der Organisation übereinstimmten.
Aufgrund einer Strafanzeige nach Paragraf 32(p) des Vereinsgesetzes wurden Ermittlungen eingeleitet, die sich auf Inhalte stützten, die der Verein auf seiner Website und auf Social-Media-Plattformen wie YouTube und Instagram veröffentlicht hatte. Die Staatsanwaltschaft ernannte ein dreiköpfiges Expert*innengremium, das den Inhalt prüfen sollte, um den Ermittlungen zuzuarbeiten. Das Gremium legte seinen Bericht am 9. Juli 2025 vor und kam darin zu dem Schluss, dass die Vereinsaktivitäten entgegen der Beschwerde der Direktion mit der Satzung des Vereins übereinstimmen und stellte keine Unregelmässigkeiten fest. Die Staatsanwaltschaft Ankara setzte sich über die Ergebnisse des Expert*innenberichts hinweg und erhob am 20. Januar 2026 Anklage auf der Grundlage der von der Direktion Ankara durchgeführten Prüfung. In der Anklageschrift kritisiert die Staatsanwaltschaft, dass die auf dem YouTube-Kanal des Vereins geteilten Videos sowie die über die Website des Vereins zugänglichen Inhalte, insbesondere die Veröffentlichung mit dem Titel «#MyIntersexStory», explizite Verweise auf die privaten Erfahrungen von Personen, darunter medizinische und psychologische Vorgänge, enthalten und dass diese Veröffentlichung «ohne Einschränkung öffentlich zugänglich» ist.
In der Beschwerde wird behauptet, dass der uneingeschränkte Zugang zu den Inhalten und die Wiederholung solcher Aktivitäten de facto eine Abweichung von den erklärten Zielen des Vereins darstellen. Sie argumentiert ferner, dass bestimmte Inhalte, die auf der Website und den Social-Media-Plattformen des Vereins geteilt werden, nach den geltenden Rechtsvorschriften nicht unter die rechtmässigen Zwecke des Vereins fallen. Es wird betont, dass die einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen darauf abzielen, die geistige, moralische, psychologische und soziale Entwicklung von Einzelpersonen und Familien in der Gesellschaft zu schützen.
Das Strafgericht Ankara 1. Instanz, Nr. 74 nahm die Anklage wegen Verstosses gegen das Vereinsgesetz an und beantragte für Defne Güzel die Verhängung einer Freiheitsstrafe von einem bis drei Jahren und einer Geldstrafe gemäss Paragraf 32(p) des Gesetzes Nr. 5253 sowie eine mögliche Entscheidung über die Auflösung des Vereins und den Entzug von Rechten gemäss Paragraf 53, Absatz 1 des türkischen Strafgesetzbuchs Nr. 5237, einschliesslich Beschränkungen der Ausübung öffentlicher Ämter, des Wahl- und Stimmrechts, der elterlichen und vormundschaftlichen Rechte, der Ausübung von Führungs- oder Aufsichtsfunktionen in juristischen Personen und der Aus-übung bestimmter Berufe, die einer öffentlichen Genehmigung bedürfen.
Organisationen von und für LGBTI* sind in der Türkei in zunehmendem Masse diskriminierenden Verwaltungsprüfungen, gerichtlichen Schikanen und Zensur aufgrund angeblicher «Obszönität» und für den Schutz der «öffentlichen Moral» ausgesetzt. Solche Vorwürfe wurden in letzter Zeit auch gegen andere Organisationen erhoben, darunter der Verein Genç LGBTI*.
Die strafrechtliche Ermittlung und Verfolgung einer zivilgesellschaftlichen Organisation, die im Bereich der Menschenrechte tätig ist, aufgrund ihrer rechtmässigen Aktivitäten stellt eine eindeutige Verletzung der Verpflichtung des Staates dar, die Ausübung des Rechts auf Meinungs- und Vereinigungsfreiheit zu schützen.
Gesetze wie die zur öffentlichen Moral missbrauchen subjektive Vorstellungen über «Moral» als Vorwand für rechtswidrige Einschränkungen der Meinungsfreiheit ebenso wie der friedlichen Versammlung und Vereinigung, insbesondere in Verbindung mit der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität. Anklagen in Bezug auf die Verteilung von Informationsmaterial, das als «obszön» betrachtet wird, werden eingesetzt, um den Ausdruck einer Identität und Ausdrucksformen, die nicht den vorherrschenden Normen entsprechen, zu kriminalisieren und zu unterdrücken. Die Staaten haben die Pflicht, die Ausübung der Rechte auf freie Meinungsäusserung und Vereinigungsfreiheit aller zu schützen, indem sie dafür sorgen, dass diese Rechte nicht durch zu weit gefasste und vage Rechtsvorschriften und willkürliche Umsetzung beschnitten werden.
Details
| UA-Nummer: Erscheinungsdatum: Index: |
UA 043/26 29.04.2026 EUR 44/0946/2026 |
| Voraussichtlich mitmachen bis: | 29. Oktober 2026 |
| Ganze Urgent Action (Word): | deutsch english |
| Nur der Modellbrief (Word): | deutsch english |
Da sich eine Situation ändern kann, prüfen Sie bitte vor dem Versenden, ob die Briefaktion noch aktiv ist.
English version
Drop charges against LGBTI* rights defender
LGBTI* rights defender Defne Güzel is being criminalized in Türkiye for her legitimate human rights work. As the president of the 17 May Association, a civil society organization working on LGBTI* rights, she faces criminal prosecution over content published on the organisation’s website and social media platforms. Authorities allege that the materials fall outside the association’s lawful objectives and violate broadly defined penal code provisions related to morality and social development. If convicted, she could face one to three years’ imprisonment and judicial fines, and the organization itself could face dissolution as a result. This case represents an unjustified restriction of the rights of freedom of expression and association under international human rights law. We call on the authorities to immediately drop all charges and end the criminalization of LGBTI* advocacy.
Defne Güzel (31 years old) is a trans woman human rights defender working on LGBTI* rights and sexual health. She is currently the Chairperson of the 17 May Association (17 Mayıs Derneği). She is an expert in monitoring and documenting LGBTI* human rights violations and in combating hate crimes and discrimination. In addition to her work with the 17 May Association, she has been involved with Bursa Özgür Renkler and Kaos GL, focusing on the documentation and monitoring of LGBTI* rights violations. She is also known for her work on the rights of LGBTI* people living with HIV and is one of the founders of Pozitif Alan, an initiative advocating for their rights. Defne Güzel is also a member of a number of other human rights organizations and platforms.
17 May Association is one of the many LGBTI* associations which underwent a wave of audits in 2024, conducted by the Ankara Directorate of Relations with Civil Society under the Ministry of Interior. Although the Association was not made aware of any breaches identified during the audit, the Directorate subsequently filed a complaint with the Ankara Chief Public Prosecutor’s Office on 21 November 2024, alleging that some of the content on the Association’s website and social media posts are considered not to be in line with the objectives in the organisation's statue.
An investigation was initiated following a criminal complaint filed under Article 32(p) of the Law on As-sociations, which was based on content shared by the association on its website and social media platforms, including YouTube and Instagram. The Prosecutor’s Office appointed a three-member expert panel to examine the content to inform the investigation. The panel issued its report on 9 July 2025, concluding, that contrary to the Directorate’s complaint, the activities of the 17 May Association align with its statute and that no irregularities were found. Ankara Public Prosecutor disregarded the findings of the expert report and, on 20 January 2026, issued an indictment based on the audit conducted by the Ankara Directorate. In the indictment, the prosecutor alleged that videos shared on the association’s YouTube channel, as well as content accessible via the association’s website, particularly the publication titled «#MyIntersexStory», contain explicit references to individuals’ private experiences, including medical and psychological processes, and that this publication is «publicly accessible without restriction».
The complaint asserts that the unrestricted access to the content and the repetition of such activities demonstrate a de facto deviation from the association’s stated objectives. It further argues that certain content shared on the association’s website and social media platforms cannot be considered as falling within the scope of its lawful purposes under applicable legislation. It is emphasized that the relevant legal provisions aim to protect the mental, moral, psychological, and social development of individuals and families in society.
The Ankara Criminal Court of 1st Instance No. 74 accepted the indictment on the charge of violating the Law on Associations, with a request for the imposition of a sentence of one to three years’ imprisonment and a judicial fine under Article 32(p) of Law No. 5253, as well as a potential decision for the dissolution of the association, and for the deprivation of rights under Article 53(1) of the Turkish Penal Code No. 5237, including restrictions on holding public office, voting and election rights, parental and guardianship rights, serving in managerial or supervisory roles in legal entities, and practicing certain professions subject to public authorization.
LGBTI* organizations in Türkiye are increasingly subjected to discriminatory administrative scrutiny, judicial harassment, and censorship on the grounds of «obscenity» and «public morality». Such allegations have recently been used against other organizations as well, including the Genç LGBTI* Association. The criminal investigation and prosecution of a civil society organization working in the field of human rights based on its lawful activities constitute a clear violation of the state’s obligation to protect the exercise of the rights to freedom of expression and of association.
Public morality laws weaponize and misuse subjective ideas about «morality» as pretexts to impose illegitimate restrictions on freedoms of expression, as well as freedom of peaceful assembly and association, especially in relation to sexual orientation and gender identity. Charges relating to distributing materials or information considered to be «obscene» are effectively used to criminalize and suppress the expression of identities and expressions that do not conform to prevailing norms. States have the duty to protect the exercise of the rights to freedom of expression and of association of all, by ensuring that these rights are not curtailed by overly broad and vague legislation and arbitrary implementation.
Please take action before 28 October 2026.
You'll find all necessary adddress- and social media information above. English model letter as a word-file