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Offen
Urgent Action − Mexiko

Journalist erhält Morddrohungen

Am 4. Mai 2026 erhielt der Journalist Alberto Amaro auf Facebook eine Morddrohung gegen ihn und seine Familie. Dies ist die jüngste Drohung in einer langen Reihe von Einschüchterungen, Schikanen und Gewalt, die er seit 2019 wegen seiner journalistischen Arbeit erfährt. Er war 2024 gezwungen, das Land für ein Jahr zu verlassen. Amnesty fordert die Behörden auf, die Sicherheit von Alberto Amaro zu gewährleisten. Die Angriffe und Drohungen gegen ihn und seine Familie müssen untersucht werden und die mexikanischen Behörden müssen durch konkrete Massnahmen zeigen, dass das Recht auf freie Meinungsäusserung und die Verteidigung der Menschenrechte geschützt werden.

Jetzt mitmachen

Setzen Sie sich für Alberto Amaro ein:
Senden Sie einen Appellbrief per E-Mail, X/Twitter oder per Post via die Botschaft.

Mitmachen bis 21. Juli 2026

Briefvorlagen

Adressen

Gouverneurin von Tlaxcala:
Lorena Cuéllar Cisneros
Gobernadora de Tlaxcala
E-Mail: contacto@tlaxcala.gob.mx
Twitter/X:
@LorenaCuellar/
@GobTlaxcala
Plaza de la Constitucion 3, Centro, CP. 9000 Tlaxcala de Xicohténcatl, Tlaxcala, Mexico
c/o Botschaft von Mexiko
Weltpoststrasse 20
3015 Bern

Kopien an 

Alberto Martín Perea Marrufo 
Secretary of Citizen Security for Tlaxcala
Plaza de la Constitucion, 3, Centro, C.P. 9000 Tlaxcala de Xicohténcatl, Tlaxcala.
E-Mail: transparencia.ssc@tlaxcala.gob.mx
X/Twitter: @SSCTlaxcala
Facebook: https://www.facebook.com/people/Secretar%C3%ADa-de-Seguridad-Ciudadana-de-Tlaxcala/61557614219552/ 

 
Botschaft von Mexiko
Weltpoststrasse 20
3015 Bern
Fax: 031 357 47 48
E-Mail: informacionsui@sre.gob.mx
Twitter/X: /EmbaMexSui / FB: /EmbMexSui

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Target social media:
X/Twitter: @LorenaCuellar/ @GobTlaxcala
Facebook: https://www.facebook.com/GobTlaxcala/?locale=es_LA
 

Suggested message:
English:
We demand that @GobTlaxcala and @LorenaCuellar urgently implement measures to protect the life and safety of journalist Alberto Amaro.

Español: 
#Mexico: Exigimos a @GobTlaxcala @LorenaCuellar implementar urgentemente medidas para proteger la vida e integridad del periodista Alberto Amaro. 

Hintergrund

Es besteht grosse Sorge um die Sicherheit des Journalisten Alberto Amaro Jordán, Direktor der mexikanischen digitalen Nachrichtenplattform La Prensa de Tlaxcala. Alberto Amaro bekam am 4. Mai Morddrohungen. Diese Drohungen gegen sein Leben und die Sicherheit seiner Angehörigen sind eine Eskalation der Einschüchterungen gegen einen Journalisten, der nur seiner beruflichen Tätigkeit nachgeht und sein Recht auf freie Meinungsäusserung wahrnimmt.

Aufgrund seiner Arbeit war Alberto Amaro bereits Ziel mehrerer schwerer Angriffe, über die Amnesty International berichtet hat. Die Sorge um seine Sicherheit zwang Alberto Amaro auf der Suche nach Zuflucht, Mexiko von September 2024 bis September 2025 vorübergehend zu verlassen.

Alberto Amaro hat über zahlreiche Versäumnisse bei einigen der ihm vom Bundesschutzmechanismus (Mecanismo de Protección para Personas Defensoras de Derechos Humanos y Periodistas) zugestandenen Schutzmassnahmen berichtet. Für Journalist*innen zählt Mexiko zu einem der gefährlichsten Länder weltweit. Die anhaltenden Drohungen, Angriffe und Einschüchterungen gegen ihn sind inakzeptabel und dürfen nicht weiter ignoriert werden. Schweigen, Untätigkeit oder unzureichender Schutz vertiefen nur das Klima der Angst, dem Journalist*innen in Mexiko ausgesetzt sind.

Alberto Amaro trat in die Fussstapfen seines Vaters und Grossvaters, die beide Journalisten waren, und gründete 2018 die digital erscheinende Zeitung La Prensa de Tlaxcala. Doch schon ein Jahr nach der Gründung erhielt er Drohungen im Zusammenhang mit seinen Recherchen zu Lokalpolitik, Kriminalität und Korruption.

Tlaxcala, der kleinste Bundesstaat Mexikos, ist eine wichtige Drehscheibe für Menschenhandel und sexualisierte Versklavung. Der Bundesstaat ist die Heimat mächtiger krimineller Netzwerke, die neben anderen illegalen Aktivitäten Mädchen und junge Frauen durch Mexiko und die USA schleusen.

Alberto Amaro berichtete, dass er seit 2019 von Polizist*innen angegriffen, bedroht und festgenommen sowie von Mitgliedern der organisierten Kriminalität eingeschüchtert wurde. Man hat ihn, seine Frau und seine Kinder fotografiert, seine Website gehackt und seinen Ruf mittels Facebook-Posts geschädigt, in denen man ihn beschuldigte, ein Krimineller zu sein. Während Autofahrten haben Angreifer*innen versucht, ihm den Weg zu versperren und ihn von der Strasse zu drängen, und ein Mann auf einem Motorrad hat auf ihn geschossen. Eindringlinge haben versucht, in sein Haus einzubrechen, haben Schüsse auf sein Grundstück abgegeben und einen seiner Hunde vergiftet.

Der Bericht «Nobody Guarantees My Safety» von Amnesty International und dem Komitee zum Schutz von Journalist*innen (Committee to Protect Journalists – CPJ) dokumentiert die schwerwiegenden Defizite und strukturellen Mängel des mexikanischen Bundesschutzmechanismus für Journalist*innen. Der Bericht hebt hervor, dass mehrere Journalist*innen angegriffen und sogar getötet wurden, während sie unter staatlichem Schutz standen, was zeigt, dass die bestehenden Massnahmen oft unzureichend sind, schlecht umgesetzt oder nicht ordnungsgemäss überwacht werden. In diesem Zusammenhang müssen die Bedenken von Alberto Amaro Jordán hinsichtlich der Mängel im ihm zur Verfügung gestellten Schutzsystem sowohl von den Bundes- als auch von den bundesstaatlichen Behörden mit grösster Genauigkeit und Dringlichkeit behandelt werden. Das Muster der Verfolgung von Alberto Amaro ist dokumentiert. 2024 startete Amnesty International deswegen eine Urgent Action, die später im selben Jahr beendet werden konnte. Die extremen Risiken, denen Alberto Amaro ausgesetzt war, zwangen ihn schliesslich, von September 2024 bis September 2025 über das Schutzprogramm für Menschenrechtsverteidiger*innen von Amnesty International in Spanien Zuflucht zu suchen.

Die Berichte von Article 19 Mexico and Central America, einer Organisation, die sich auf das Recht auf freie Meinungsäusserung und den Schutz von Journalist*innen spezialisiert hat, dokumentieren Muster von Gewalt, Überwachung, Belästigung und Einschüchterung von Pressevertreter*innen sowie das Versagen der Behörden, wirksamen Schutz zu bieten. Diese Ergebnisse verstärken die Besorgnis über die Unzulänglichkeiten des Bundesschutzmechanismus in Mexiko. Mexiko ist auch im 21. Jahrhundert weltweit eines der Länder mit den meisten Todesopfern unter Journalist*innen. Das CPJ hat seit 2012 insgesamt 88 Morde an Journalist*en und anderen Medienschaffenden in Mexiko registriert und festgestellt, dass 37 von ihnen im Zusammenhang mit ihrer Arbeit ermordet wurden. Die gefährlichsten Bundesstaaten in diesem Zeitraum waren Veracruz (21 Morde), Guerrero (10), Oaxaca (9) und Sonora (7). Das CPJ unterscheidet zwischen Morden, die nachweislich in direktem Zusammenhang mit der Arbeit des Opfers stehen, und Morden, bei denen das Motiv noch unklar ist.

Details

UA-Nummer:
Erscheinungsdatum | Aktualisiert am:
Index:
UA 055/26
22.05.2026 | -
AMR 41/1056/2026
Voraussichtlich mitmachen bis: 21. Juli 2026
Ganze Urgent Action (Word): deutsch
english
Nur der Modellbrief (Word): deutsch
english
español

Da sich eine Situation ändern kann, prüfen Sie bitte vor dem Versenden, ob die Briefaktion noch aktiv ist.

English version

Journalist receives death threats

On 4 May 2026, journalist Alberto Amaro received a threatening message through Facebook warning of an attempt on his life and the lives of his family members. This latest threat adds to a long pattern of intimidation, harassment, and violence he has faced since 2019, and that forced him to leave the country for a year in 2024, because of his journalistic work. We call on the authorities ensure his safety, a thorough investigation on the attacks and threats against him and his family, and demonstrate through concrete actions that freedom of expression and the defence of human rights will be protected.

Following in the footsteps of his father and grandfather, who were both journalists, Amaro founded the digital outlet La Prensa de Tlaxcala in 2018. But within a year he began to receive threats linked to his investigations into local politics, crime and corruption.

Mexico’s smallest state, Tlaxcala is a major hub for human trafficking and sexual slavery. The area is home to powerful, family-run criminal networks that traffic girls and young women across Mexico and the United States, among other illicit activities.

Amaro recounted that, since 2019, he has been attacked, threatened and arrested by police officers and intimidated by members of organized crime groups. People have photographed him, his wife and children, hacked his website and smeared his reputation in Facebook posts accusing him of being a criminal. While out driving, aggressors have tried to block his passage and force him off the road, and a gunman aboard a motorbike has taken shots at him. Intruders have tried to break into his home, fired shots at his property, and fatally poisoned one of his pet dogs.

The report «Nobody Guarantees My Safety» by Amnesty International and the Committee to Protect Journalists (CPJ) documents the serious shortcomings and structural failures of Mexico’s Federal Protection Mechanism for journalists. The report highlights that several journalists have been attacked and even killed while under state protection, demonstrating that existing measures are often insufficient, poorly implemented, or not properly monitored. In this context, Alberto Amaro Jordán’s concerns about failures in his own protection scheme must be treated with the utmost seriousness and urgency by both federal and state authorities.

There has been a documented pattern of persecution against Alberto Amaro, including a previous Urgent Action campaign launched in 2024, and closed later that same year. The extreme risks he endured ultimately forced him to seek refuge in Spain from September 2024 to September 2025 through Amnesty International’s protection program for human rights defenders.

Reports issued by Article 19 Mexico and Central America, an organization specializing in freedom of expression and the protection of journalists, document patterns of violence, surveillance, harassment, and intimidation against members of the press, as well as the failure of authorities to provide effective protection. These findings reinforce concerns regarding the shortcomings of the Federal Protection Mechanism in Mexico.

Throughout the 21st century Mexico has remained one of the world’s deadliest countries for journalists. CPJ has recorded 88 killings of journalists and media workers in Mexico since 2012 and verified that 37 of them were murdered in relation to their work.[9] The most dangerous states in that period have been Veracruz (21 killings), Guerrero (10), Oaxaca (9), and Sonora (7). CPJ distinguishes between murders that have been confirmed to be linked directly to the victim´s work and killings of which the motive is not yet clear.

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Please take action before 21 July 2026.

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