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Urgent Action − Madagaskar

Ehemaligen Präsidentschaftskandidaten freilassen

Sylvain Rabetsaroana, ehemaliger Senator und Präsidentschaftskandidat, ist seit März 2026 willkürlich in Haft. Zunächst hielten ihn die Sicherheitskräfte zwei Wochen lang fest, ohne dass ihm der Grund für seine Festnahme mitgeteilt wurde, später wurde er in das überfüllte Tsiafahy-Gefängnis überstellt – ohne Anklage, nach einer gewaltsamen Festnahme im Morgengrauen. Sein Gesundheitszustand verschlechtert sich rapide. Seine Inhaftierung steht für das harte Vorgehen gegen ehemalige Regierungsvertreter*innen in Madagaskar – und muss sofort beendet werden.

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Setzen Sie sich für Sylvain Rabetsaroana ein:
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Mitmachen bis 1. Dezember 2026

Briefvorlagen

Adressen

Président de la Refondation de la République
Michael Randrianirina
Palais d’État d’Iavoloha
Antananarivo 101
Madagascar
E-mail: spprm@presidence.gov.mg
Whatsapp/Signal: +261 37 02 369 02
Facebook: https://www.facebook.com/share/18EoEYwYHV/

Kopien an 

Ambassade de la République de Madagascar
Avenue de Riant-Parc 38
1209 Genève
Fax: 022 740 16 16
E-mail: ambamadsuisse@bluewin.ch

Hintergrund

Der ehemalige Senator und Präsidentschaftskandidat Sylvain Rabetsaroana befindet sich in willkürlicher Haft. Am 14. März 2026, gegen 4 Uhr morgens, durchsuchte Oberst Andriamiarisioa Gervais in Begleitung von etwa 25 bewaffneten und maskierten Angehörigen des Militärs, der Gendarmerie und der Polizei ohne Durchsuchungsbefehl die Wohnung von Sylvain Rabetsaroana in der Hauptstadt Antananarivo. Dabei zerstörten sie die Überwachungskameras und verwehrten dem Rechtsbeistand von Sylvain Rabetsaroana den Zugang zu den Räumlichkeiten. Nach Abschluss der Razzia brachten sie Sylvain Rabetsaroana zur Kriminalpolizei, wo er festgehalten wurde, ohne dass ihm der Grund für seine Festnahme und Inhaftierung mitgeteilt wurde. Am 27. März 2026 wurde er wegen krimineller Verschwörung, illegalen Waffenbesitzes und versuchten Mordes am Staatschef angeklagt. Wird Sylvain Rabetsaroana für schuldig befunden, droht ihm eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Der Fall scheint politisch motiviert zu sein, da die Schusswaffe, deren illegaler Besitz ihm vorgeworfen wird, möglicherweise in seiner Wohnung platziert wurde, nachdem die Überwachungskameras vor Ort bei der Durchsuchung absichtlich zerstört worden waren. Auffällig ist auch, dass der Ermittlungsbeamte, der ihm und den anwesenden Familienmitgliedern die Anklage vorlas, zugab, dass «die Akte leer ist, aber der Befehl von oben kam», was den politisch motivierten Charakter des Falles bestätigt.

Am 27. März 2026 wurde Sylvain Rabetsaroana verlegt und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft im Hochsicherheitsgefängnis Tsiafahy, das stark überbelegt ist. Sein Gesundheitszustand hat sich aufgrund einer bereits bestehenden Herzerkrankung, die eine regelmässige ärztliche Betreuung erfordert, massiv verschlechtert. Nur eine Woche nach seiner Festnahme waren auch seine Familienangehörigen Einschüchterungen und illegalen Durchsuchungen ausgesetzt, so dass die meisten von ihnen inzwischen aus dem Land geflohen sind.

Der Fall von Sylvain Rabetsaroana steht im Kontext der anhaltenden Repressionen, die seit der Machtübernahme der neuen Regierung im Oktober letzten Jahres gegen ehemalige Beamt*innen der früheren Regierung, Kritiker*innen und junge Aktivist*innen gerichtet sind und mit denen sie eingeschüchtert und schikaniert werden.

Die Militärregierung Madagaskars hat am 14. Oktober 2025 die Macht übernommen, nachdem von Jugendlichen angeführte Proteste im Jahr 2025 eine bessere Bereitstellung von Dienstleistungen, insbesondere Zugang zu Wasser und Strom, sowie eine effizientere und integrativere Regierungsführung gefordert hatten.

Die neuen Behörden versprachen Reformen, aber stattdessen haben sie die Repressionen unter dem Vorwand einer Anti-Korruptionskampagne mit Null-Toleranz verschärft und mit unfairer Strafverfolgung und weit gefassten Anklagen wegen krimineller Verschwörung, Bedrohung der nationalen Sicherheit und Destabilisierung junge Aktivist*innen, Mitglieder der Zivilgesellschaft und Personen, die mit der früheren Regierung in Verbindung standen, ins Visier genommen und zum Schweigen gebracht.

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From Gen Z revolt to junta control, Madagascar’s promise of change is slipping away (Amnesty UK, 30 March 2026)

Madagascar: Authorities must launch investigations into deadly force used against Gen Z protesters (Amnesty UK, 2 October 2025)

Details

UA-Nummer:
Erscheinungsdatum | Aktualisiert am:
Index:
UA 058/26
01.06.2026 | -
AFR 35/1092/2026
Voraussichtlich mitmachen bis: 1. Dezember 2026
Ganze Urgent Action (Word): deutsch
english
Nur der Modellbrief (Word): deutsch
english
français

Da sich eine Situation ändern kann, prüfen Sie bitte vor dem Versenden, ob die Briefaktion noch aktiv ist.

English version

Release former presidential candidate

Sylvain Rabetsaroana, a former senator and presidential candidate, is being targeted by the Malagasy authorities in a broader post-coup crackdown on former regime figures since 14 October 2025. On 14 March 2026, he was arbitrarily arrested during a dawn raid at his residence in the capital, Antananarivo, by armed and masked soldiers, gendarmes and police, and held for two weeks without being informed of the reason for his detention. He was subsequently charged with criminal conspiracy, illegal firearms possession (with a firearm that appears to have been planted), and attempting to assassinate the Head of State. He remains held in pre-trial detention at Tsiafahy prison in overcrowded conditions, with major concerns for his deteriorating health. The Malagasy authorities must drop all charges against Sylvain Rabetsaroana and immediately release him as he is detained solely for the peaceful exercise of his human rights.

Madagascar’s military authorities seized power on 14 October 2025 following youth-led protests in 2025 demanding improved service delivery, particularly access to water and electricity, as well as more effective and inclusive governance.

The new authorities promised reforms but instead, they have deepened repression, under the pretext of a zero-tolerance anti-corruption campaign and used unfair prosecutions and broadly framed charges of criminal conspiracy, threats to national security and destabilization to target and silence Gen Z activists, civil society members and those linked to the previous regime.

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Please take action before 1 December 2026.

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