Teilnehmende des Events mit dem Pizza-Peace-Prize, der von Lisa Salza hochgehoben wird.
Das ist er, der Pizza-Peace-Prize-Pokal: Amnesty Mitarbeiterin Lisa Salza «stemmt» den Pokal im Kreise der Organisator*innen der Veranstaltung. © Amnesty International
Fussball-WM 2026: Pizza-Peace-Prize

And the winner is….

Der Pizza-Peace-Prize wurde vergeben! Am 24. Juni wurde die Gewinnerin des Preises erkoren, der die Willkür und Absurdität des Fifa-Friedenspreises an Donald Trump auf die Schippe nimmt und zugleich die Menschenrechtsprobleme rund um die aktuelle Fussball-Weltmeisterschaft thematisiert.

Der WM-Pokal 2026 ist noch nicht gewonnen, die Fussball-WM in den USA, Kanada und Mexiko dauert noch an. Ein anderer, seltsamer Pokal, der dem der WM äusserlich ähnelt, wurde von der Fifa bereits Ende letztes Jahr übergeben: Fifa-Präsident Gianni Infantino beehrte den US-Präsidenten Donald Trump mit dem eigens erfundenen Fifa-Peace Prize für Trumps «unerschütterlichen Einsatz für den Frieden auf der ganzen Welt». In Anlehnung an diese PR-Aktion der Fifa hat Amnesty Schweiz für die WM 2026 mit Augenzwinkern ebenfalls einen eigenen Preis geschaffen: Den Pizza-Peace-Prize.

«Was zwei der mächtigsten Männer der Welt können, können wir auch!»

Lisa Salza
Verantwortliche für Sport und Menschenrechte bei Amnesty International Schweiz

«Ein durchgeknalltes Konzept mit völlig beliebigem Auswahlverfahren? Mitnichten. Was zwei der mächtigsten Männer der Welt können, können wir auch!» sagte Lisa Salza, Verantwortliche für Sport und Menschenrechte bei Amnesty International Schweiz, anlässlich der Preisübergabe, die am 24. Juni in Zürich stattfand.

Initiiert wurde dieses «durchgeknallte Konzept eines Pizza-Friedenspreises» von Amnesty Schweiz zusammen mit der Sport & Rights Alliance und der Pizzeria VITO. «Immer wieder nutzen Regierungen grosse Sportveranstaltungen, um ihre Menschenrechtsbilanz zu beschönigen und ihr Image zu verbessern. Das ist in diesem Jahr nicht anders. Mit dem Pizza-Friedenspreis wollen wir ein Zeichen setzen für mehr Menschenrechte im Sport und für eine stärkere Sorgfaltspflicht für Sportverbände mit Sitz in der Schweiz», sagte Andrea Florence, Geschäftsführerin der Sport & Rights Alliance, bei der Lancierung des Wettbewerbs.

Den Gewinn – ein Pizza-Gutschein im Wert von 200 Franken und ein Fussballtrikot der Pizzeria VITO – erhielt Tania Meier, die am Anlass von einem Freund vertreten wurde.

«Immer wieder nutzen Regierungen grosse Sportveranstaltungen, um ihre Menschenrechtsbilanz zu beschönigen und ihr Image zu verbessern.»

Andrea Florence
Geschäftsführerin der Sport & Rights Alliance
Mehrere Personen sitzen in einem Halbkreis und debattieren, im Vordergrund sieht man die Köpfe der Zuhörenden
Angeregte Diskussion über Menschenrechte, die während Mega-Events wie der diesjährigen Fussball-WM verletzt werden. © Amnesty International

Der Preisverleihung ging ein Podiumsgespräch voraus. Nebst Lisa Salza und Andrea Florence diskutierten Jasmine Imboden, Fussballerin und Schauspielerin, und  Benjamin Krähenmann, Zürcher Kantonsrat und Präsident des FC Kantonsrat, über Rassismus und andere Diskriminierungserfahrungen im Fussball sowie über die die menschenrechtliche Verantwortung der Fifa und der Schweiz bei solchen Mega-Anlässen.

In seiner Laudatio nahm der Satiriker Renato Kaiser mit bissigem Humor die grossmundigen Worte der Fifa von einer «WM der Vielfalt und Humanität» aufs Korn und thematisierte ihre Rechtsform: «Die Fifa ist eben auch ein gemeinnütziger Verein. Zumindest erhält die Fifa die gleichen Steuerrabatte wie ein Kaninchenzüchterverein. Was auch wieder Sinn macht. Denn wer daran glaubt, dass die Fifa gemeinnützig ist, glaubt auch an den Osterhasen.»

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