Die Miliz CMC-FDP, Teil der Wazalendo-Allianz, operiert im Gebiet Bukombo in Rutshuru und greift gezielt Zivilpersonen an. Frauen werden verschleppt und als Sexsklavinnen festgehalten, Männer getötet oder misshandelt, Häuser geplündert und niedergebrannt. Besonders gefährdet sind Familien von Personen mit angeblichen Verbindungen zur Rebellenbewegung M23.
«Die Bevölkerung in Bukombo steckt zwischen zwei brutalen Milizen fest. Zivilpersonen sind der Gewalt schutzlos ausgeliefert – besonders in abgelegenen Gebieten, in denen die CMC-FDP völlig ungestraft agiert», sagt Tigere Chagutah, Regionaldirektor für Ost- und Südafrika bei Amnesty International. «Die kongolesische Regierung verurteilt die Verbrechen von M23, ignoriert aber ähnliche Gewalt durch die von ihr unterstützten Gruppen. Sie legitimiert diese Verbrechen.»
Amnesty International dokumentierte für den Zeitraum Juni bis Dezember 2025 zahlreiche Übergriffe. Betroffene berichten von Vergewaltigungen unter Todesdrohungen, monatelanger Gefangenschaft und sexueller Versklavung. Andere schildern gezielte Tötungen, Folter und systematische Erpressung. Die Miliz verlangt Geld von Familien, deren Angehörige sich M23 angeschlossen haben – wer nicht zahlt, wird angegriffen.
«Zivilpersonen sind der Gewalt schutzlos ausgeliefert.»
Regionaldirektor für Ost- und Südafrika bei Amnesty International
Zentral ist die direkte Unterstützung durch den Staat: Die Armee liefert Waffen und Munition, gleichzeitig finanziert die Regierung Wazalendo-Gruppen mit Millionenbeträgen. Ermittlungen oder Konsequenzen bleiben aus.
Die dokumentierten Taten – darunter sexuelle Versklavung, willkürliche Tötungen und Geiselnahmen – sind schwere Verstösse gegen das humanitäre Völkerrecht und können als Kriegsverbrechen gewertet werden.
Amnesty International fordert die kongolesische Regierung auf, jede Unterstützung für Milizen der Wazalendo-Allianz sofort zu beenden, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und die Zivilbevölkerung wirksam zu schützen. Auch die internationale Gemeinschaft muss den Druck auf Kinshasa erhöhen: Die Zeit der stillschweigenden Hinnahme muss enden.