Gemeinschaft von Chocó (Archivbild) © Amnesty International
Offen
Urgent Action − Kolumbien

Morddrohungen gegen Mitglieder einer Menschenrechtsorganisation

Ende März erhielt der Menschenrechtsverteidiger Juan Carlos Gaona, Mitglied der NGO Comisión Intereclesial de Justicia y Paz im Norden Kolumbiens, eine SMS, in der er darüber informiert wurde, dass ein Mordanschlag auf ihn vereitelt wurde, weil sich zufällig ein Armeelastwagen am selben Ort aufhielt. Er wurde allerdings gewarnt, dass er beim nächsten Mal nicht so viel Glück haben würde. Diese Morddrohung unterstreicht die dringende Notwendigkeit, die Mitglieder dieser Organisation im ganzen Land besser zu schützen. Amnesty International fordert die kolumbianischen Behörden auf, die international geforderten Massnahmen zum Schutz der Organisation umzusetzen.

Jetzt mitmachen

Setzen Sie sich für die Mitglieder der Menschenrechtsorganisation Comisión Intereclesial de Justicia y Paz  ein:
Senden Sie einen Appellbrief per Post oder E-Mail und tweeten/posten Sie auf X/Twitter.

Mitmachen bis 7. August 2026

Briefvorlagen

Adressen

Aussenministerin:
Ministra de Relaciones Exteriores
Rosa Yolanda Villavicencio
Palacio de San Carlos, Calle 10 # 5-51
Bogotá
COLOMBIA
E-Mail: contactenos@cancilleria.gov.co

Kopien an 

Botschaft der Republik Kolumbien
Zieglerstrasse 29
3007 Bern
Fax: 031 350 14 09
E-Mail: esuiza@cancilleria.gov.co

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Suggested message for X:

🚨Urgent Action #Colombia 🇨🇴

The organization @Justiciaypazcol has faced serious threats and attacks in recent months. They were granted precautionary measures by the Interamerican Commission for Human Rights @CIDH. @UNPColombia must improve their protection so they can continue their essential work.

@CancilleriaCol @MinInterior @petrogustavo @ConsejeriaDDHH

Hintergrund

Die Mitglieder der Menschenrechtsorganisation Comisión Intereclesial de Justicia y Paz sind in grosser Gefahr. Teams der Organisation, die in verschiedenen Regionen Kolumbiens im Einsatz sind, haben in den vergangenen Monaten mehrere schwerwiegenden Sicherheitsvorfälle erlebt, die zeigen, dass der zur Zeit von den kolumbianischen Behörden gewährte Schutz nicht ausreicht.

Ende 2025 meldete die Organisation mehrere schwere Sicherheitsvorfälle, die sowohl die Sicherheit ihrer Mitglieder als auch die Kontinuität ihrer Menschenrechtsarbeit gefährdeten. So kam es am 27. November 2025 zu einem Vorfall, bei dem ein Unbekannter eine Schusswaffe auf den einzigen anwesenden Angehörigen des Personenschutzes der Organisation richtete, der von der Nationalen Schutzeinheit (UNP) im Südwesten Kolumbiens gestellt wird. Am 30. November wurde eines der Sicherheitsfahrzeuge der Organisation, in dem sich drei Menschenrechtsverteidiger*innen befanden, von Männern verfolgt, die mit Gewehren auf sie zielten, um sie zum Anhalten zu zwingen.

Der jüngste Vorfall ereignete sich am 27. März 2026, als der Menschenrechtsverteidiger Juan Carlos Gaona, Mitglied von Justicia y Paz, eine SMS erhielt, in der er darüber informiert wurde, dass eine Operation zu seiner Ermordung in Sincelejo im Departamento Sucre zufällig vereitelt worden sei, weil sich ein Lastwagen der Armee in der Nähe des Ortes befand, an dem er eine Sitzung abhielt. In der Nachricht wurden jüngste Aktivitäten von Carlos Gaona beschrieben, die zeigen, dass er unter Beobachtung stand, und er wurde gewarnt, dass er beim nächsten Mal nicht so viel Glück haben würde. Somit handelt es bei der SMS um eine Morddrohung.

Zwar konnten einige dieser Angriffe durch Angehörige der UNP, die mit dem Schutz der Organisation betraut sind, verhindert werden, doch kommt es weiterhin zu Sicherheitsvorfällen, auch in Gebieten, die von den derzeitigen Schutzmassnahmen ausgenommen sind. Dies zeigt, dass es dringend notwendig ist, die Schutzmassnahmen der Organisation zu verstärken und an die Art und den grösseren geografischen Radius ihrer Arbeit anzupassen.

Die NGO Comisión Intereclesial de Justicia y Paz setzt sich bereits seit fast drei Jahrzehnten für die Menschenrechte in Kolumbien ein. Sie ist in mehreren Regionen des Landes tätig, darunter in den Departamentos Chocó, Cauca, Valle del Cauca, Meta, Putumayo und Antioquia – einige der Regionen, die am stärksten von bewaffneten Konflikten, Ungleichheit, Diskriminierung und anderen systemischen Problemen betroffen sind. Justicia y Paz unterstützt Einzelpersonen, Familien und Gemeinschaften bei ihrer Forderung nach Achtung und Umsetzung ihrer bürgerlichen, politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und ökologischen Rechte.

Der Einsatz für die Menschenrechte in Kolumbien ist ein riskantes Unterfangen. Die Geschichte der Comisión Intereclesial de Justicia y Paz gibt Zeugnis davon. Wegen ihrer Arbeit waren die Organisation und ihre Mitglieder immer wieder Drohungen und Angriffen staatlicher und nichtstaatlicher Akteur*innen ausgesetzt. Die Organisation hat all diese Vorfälle dokumentiert, Schutz durch die kolumbianischen Behörden gefordert und über die Interamerikanische Menschenrechtskommission Schutzmassnahmen erwirkt. Trotzdem und trotz einer kürzlich gestellten Forderung nach einer Verstärkung der Sicherheitsmassnahmen durch die staatliche Einheit zum Personenschutz hat die Comisión Intereclesial de Justicia y Paz mehrere Probleme bei den ihnen zugewiesenen Fahrzeugen, Verzögerungen bei deren Wartung und eine allgemeine Schwächung der Schutzmassnahmen gemeldet.

Die Comisión Intereclesial de Justicia y Paz ist in einigen der am stärksten marginalisierten Regionen Kolumbiens aktiv. Dass die Sicherheit ihrer Mitglieder nicht gewährleistet ist, wirkt sich nicht nur nachteilig auf die Wahrnehmung ihres Rechts auf die Verteidigung der Menschenrechte aus, sondern auch auf die Menschen und Gemeinschaften, die von ihrer Arbeit profitieren. Dies zeigt auch, dass der Raum für die Verteidigung der Menschenrechte in Kolumbien allgemein immer kleiner wird. Diese Entwicklung muss von einer Regierung, die sich zum Schutz von Menschenrechtsverteidiger*innen verpflichtet hat, dringend angegangen werden.

Obwohl die Comisión Intereclesial de Justicia y Paz die Morddrohung gegen Juan Carlos Gaona öffentlich angeprangert hat und sich direkt an die kolumbianischen Behörden wandte, wartet die Organisation noch immer auf wirksame Massnahmen, die dem Ausmass der Bedrohung Rechnung tragen.

Details

UA-Nummer:
Erscheinungsdatum | Aktualisiert am:
Index:
UA 105/25-1
25.05.2026 | -
AMR 23/0992/2026
Voraussichtlich mitmachen bis: 7. August 2026
Ganze Urgent Action (Word): deutsch
english
Nur der Modellbrief (Word): deutsch
english
español

Da sich eine Situation ändern kann, prüfen Sie bitte vor dem Versenden, ob die Briefaktion noch aktiv ist.

English version

Protect human rights organization

In late March, human rights defender Juan Carlos Gaona, a member of the Inter-Church Commission for Justice and Peace in northern Colombia, received a text message stating that an operation to murder him in Sincelejo, Sucre department, had been frustrated by chance due to the presence of an Army truck near the place where he was holding a meeting, but warned he would not be as lucky next time. This death threat highlights the urgent need for stronger protection for members of this organization across the country. We call on Colombian authorities to comply with international measures ordering it to protect the organization.

The Inter-Church Commission for Peace and Justice has defended human rights in Colombia for more than three decades. Working in several regions of the country, located in the departments of Antioquia, Chocó, Valle del Cauca, Cauca, Putumayo and Meta, most of them among those affected the most by armed conflict, inequality, discrimination and other systemic issues. The Inter-Church Commission for Peace and Justice has supported individuals, families and communities in their calls for the respect and fulfilment of their civil, political, economic, cultural and environmental rights.

Defending human rights in Colombia is a high-risk endeavour. The Inter-Church Commission for Peace and Justice’s history is a testament to it. Because of their work, the organization and their members have been subject to threats and attacks both by State and non-State actors. The organization has documented all these events and demanded protection by Colombian authorities and received precautionary measures via the Inter-American Commission on Human Rights. Despite this and a recent request for the strengthening of the security measures provided by the National Protection Unit, the Inter-Church Commission for Peace and Justice has reported several failures in the vehicles assigned to them and delays in their maintenance and the general weakening of the protection measures. The protection provided by the authorities fall short of covering the entire team of the Inter-Church Commission for Justice and Peace, which is deployed across different areas of Colombia and constantly on the move due to the organization’s work with communities affected by violence.

The Inter-Church Commission for Peace and Justice work in some of the most marginalized regions in Colombia. Not having guarantees for their safety not only negatively impact on the exercise of their right to defend human rights but also on people and communities who benefit from engaging with them. It is also part of a wider trend of closure of the space to defend human rights in the country that needs to be urgently addressed by a government who vowed to protect human rights defenders.

Despite public denunciations by the Inter-Church Commission for Justice and Peace regarding the threat against Juan Carlos Gaona, as well as direct requests to the Colombian authorities, the organization is still awaiting an effective response in accordance with the level of the threat.

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Please take action before 7 August 2026.

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