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Setzen Sie sich für die indigenen Gemeinde Aseinpome ein:
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| Mitmachen bis 16. Juli 2026 |
Briefvorlagen
Portokosten Postversand:
Europa: CHF 1.90
Übrige Länder: CHF 2.50
Schweiz (für Kopien an die Botschaft): A-Post CHF 1.20 / B-Post CHF 1.–
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Adressen
Direktor der Nationalen Landbehörde:
Director de la Agencia Nacional de Tierras
Juan Felipe Harman Ortiz
Calle 43 No.57-41
Bogotá DC
Colombia
E-Mail: atencionalciudadano@ant.gov.co
Twitter/X: @AgenciaTierras; @harmanfelipe
Kopien an
Botschaft der Republik Kolumbien
Zieglerstrasse 29
3007 Bern
Fax: 031 350 14 09
E-Mail: esuiza@cancilleria.gov.co
Social Media Guide
Suggested message for X/Twitter:
🚨Urgent Action Colombia 🇨🇴 The #Aseinpome Indigenous community lacks access to 2/3 of its Indigenous reserve and faces hostility by armed people disputing it. @AgenciaTierras must guarantee access to all their land!
@harmanfelipe @AlcPuertoGaitan @GobMeta @MinAgricultura
Hintergrund
Es besteht grosse Sorge um die territorialen Rechte und die Sicherheit der Gemeinschaft der Aseinpome in El Porvenir in der Gemeinde Puerto Gaitán im Departamento Meta. Diese Gemeinschaft besteht aus Angehörigen der indigenen Völker der Sikuani und der Kubeo und hat in der Vergangenheit Gewalt, Landenteignung und Vertreibung erfahren.
In einem Akt historischer Wiedergutmachung erliess die Nationale Landbehörde (Agencia Nacional de Tierras - ANT) am 1. August 2023 die Vereinbarung 219/2023, mit der das Territorium der Aseinpome-Indigenen formell anerkannt und die Grenzen des als kollektives Land anerkannten Gebiets eindeutig festgelegt wurden. Dieser Beschluss wurde dem Gouverneur von Aseinpome am 6. Oktober 2023 von Präsident Gustavo Petro öffentlich übergeben.
In Wahrnehmung ihrer territorialen Rechte hat sich die Aseinpome-Gemeinschaft bemüht, ihr Land kenntlich zu machen und abzustecken. Dabei stellte sie fest, dass Teile des Territoriums nach wie vor von Personen besetzt sind, die Anspruch darauf erheben. Mit dem Aufstellen einer grossen Informationstafel auf ihrem Land wollte die Gemeinde auf die Existenz des indigenen Landes hinweisen. Die Situation eskalierte am 14. März 2026, als diese Tafel gewaltsam entfernt wurde.
Die Orinoquian-Ebenen umfassen riesige Gebiete mit reichlich Wasservorkommen, sehr guten Bedingungen für Land-wirtschaft und Viehzucht sowie bedeutenden Ölreserven. Diese traditionell von indigenen Völkern bewohnten Gebiete werden seit Jahrzehnten gewaltsam von Akteuren besetzt, die versuchen, sich das Land anzueignen, es auf betrügerische Weise in Besitz zu nehmen und es dann an jene zu verkaufen, die dort Agrarindustrie oder Ölförderung betreiben wollen.
Gleichzeitig haben indigene Völker und kleinbäuerliche Gemeinschaften, die oft aus anderen Teilen Kolumbiens vertrieben wurden, dort Siedlungen errichtet und kleinbäuerliche Praktiken beibehalten, die den Interessen all jener entgegenstehen, die das Land zu Unrecht besetzt haben bzw. es in mutmasslich guter Absicht erworben haben und dort eine wirtschaftliche Entwicklung anstreben. Die Behörden stehen seit Langem in der Pflicht, die Besitzverhältnisse an Grund und Boden zu klären und dabei die Rechte der Betroffenen von Enteignung und Vertreibung zu berücksichtigen. Trotz des bestehenden Landrückgabesystems und der Bemühungen um eine Reform für den ländlichen Raum gibt es nach wie vor zahlreiche Konflikte, und kleinbäuerliche und indigene Gemeinschaften, die ihre Landrechte verteidigen, werden weiter bedroht und angegriffen.
Das «Asentamiento Indígena del Porvenir Meta» (Indigene Siedlung von El Porvenir in Meta), auch Aseinpome genannt, besteht aus 54 Sikuani- und Kubeo-Familien und umfasst rund 230 Personen. Ihre Vorfahren, die Sikuani, wurden Mitte des 20. Jahrhunderts von Siedler*innen gewaltsam aus diesem Gebiet vertrieben. Die Siedler*innen eigneten sich das Land mit Hilfe von Drohungen und Gewalt an, und „jagten“ die Sikuani sogar. Die Sikuani flohen nach Süden in den Amazonasregenwald, wo sie auf Kubeo-Familien trafen, die ebenfalls Gewalt erfahren hatten und sogar versklavt worden waren. Die beiden Gemeinschaften taten sich zusammen und zogen jahrzehntelang durch den Süden und Osten Kolumbiens, wo sie weitere Gewalt und Vertreibung erfuhren, bis sie sich schliesslich 2015 auf dem Land ihrer Vorfahren in El Porvenir niederliessen.
Die Landrückgabe wurde möglich, nachdem der Staat gefälschte Eigentumstitel für ungültig erklärt hatte, die jahrzehntelang von Landbesitzer*innen mit Verbindung zu paramilitärischen Gruppen gehalten wurden. So machten sich Interessent*innen während des bewaffneten Konflikts in Kolumbien im 20. und frühen 21. Jahrhundert Land gewalt-sam zu eigen. Die Eigentumsverhältnisse in El Porvenir sind jedoch zwischen indigenen Völkern und bäuerlichen Gemeinschaften auf der einen Seite und anderen Personen nach wie vor umkämpft. Diese Personen behaupten, sie hätten das Land in gutem Glauben erworben. Diese Situation wurde von Amnesty International in dem englischsprachigen Bericht «A land title is not enough: Ensuring sustainable land restitution in Colombia» von 2014 dokumentiert. Im Jahr 2016 wies das Verfassungsgericht in seinem Urteil SU-426 die nationale kolumbianische Bodenbehörde an, das Gebiet El Porvenir den «angestammten Bewohner*innen» rückzuübertragen. Doch fast ein Jahrzehnt später ist man dieser Forderung immer noch nicht nachgekommen. Die Spannungen bestehen weiter.
Die Landkonflikte haben immer wieder zu Gewalt geführt. Die Aseinpome-Gemeinschaft war Bedrohungen und Angriffen ausgesetzt, darunter Invasionen auf ihrem Land und das Niederbrennen von Häusern, wie in einer Urgent Action im Mai 2020 zum Thema gemacht wurde. Die Gemeinschaft konnte nie in Frieden leben, wie in Berichten von Amnesty International von 2020 und 2023 zu der Gewalt gegen diejenigen, die in Kolumbien ihre Land-, Gebiets- und Umweltrechte verteidigen, deutlich wird. Nahe gelegene bäuerliche Gemeinden, darunter in El Porvenir und Matarratón, waren ebenfalls von Gewalt betroffen, wie Amnesty International in Urgent Actions 2015 und 2019 thematisierte. Luz Marina Arteaga, eine wichtige Sprecherin des Landrückgabeprozesses in Matarratón und El Porvenir, wurde wegen ihrer Arbeit mehrfach bedroht und fiel im Januar 2022 dem Verschwindenlassen zum Opfer. Ihre Leiche wurde später am Ufer des Meta-Flusses in Orocué in Casanare, gefunden. Noch im Dezember 2025 veröffentlichte Amnesty International eine Urgent Action, in der die kolumbianische Generalstaatsanwaltschaft aufgefordert wird, heftige Drohungen gegen Sprecher*innen der Gemeinden zu untersuchen.
Im Jahr 2023 wurde Aseinpome von der kolumbianischen Regierung formell als indigenes Territorium anerkannt, und zwar durch ANT-Abkommen 219, 2023 ein Meilenstein, der zur Beilegung von Land-streitigkeiten und zur Beendigung gewalttätiger Zwischenfälle beitragen sollte. Die Entscheidung übermittelte der Präsident der Republik persönlich an den Gouverneur von Aseinpome bei einem Festakt in der Nähe von El Porvenir. Die Gemeinschaft hat jedoch immer noch keinen Zugang zu zwei Dritteln des ihr gemeinschaftlich zustehenden Landes, und die Gewährleistung einer wirksamen staatlichen Kontrolle über ihr Gebiet steht noch aus. Teile des Landes sind nach wie vor von anderen Anspruchsteller*innen besetzt, was zu anhaltenden Spannungen und dem Risiko weiterer Gewalt führt.
Am 2. und 3. März stellte die Gemeinde Aseinpome grosse Stellwände auf, die auf die Existenz des indigenen Landes und dessen Formalisierung durch die Entscheidung der ANT hinwiesen. Am 14. März wurde eine der Informationstafeln gewaltsam zerstört, und in der Nacht tauchten bewaffnete Männer mit Gewehren in der Nähe einer der Siedlungen der Gemeinde auf. Sie zogen sich erst zurück, als Angehörige der Indigenous Guard eintrafen, eine gewaltfreie Selbstorganisation zur Verteidigung der Siedlungen. Diese Ereignisse wurden von der Corporación Claretiana Norman Pérez Bello öffentlich verurteilt, einer Menschenrechtsorganisation, die seit langem die territorialen Ansprüche von Aseinpome und anderen indigenen Völkern und bäuerlichen Gemeinschaften in der Region unterstützt.
Details
| UA-Nummer: Erscheinungsdatum | Aktualisiert am: Index: |
UA 027/26 16.04.2026 AMR 23/0876/2026 |
| Voraussichtlich mitmachen bis: | 16. Juli 2026 |
| Ganze Urgent Action (Word): | deutsch english |
| Nur der Modellbrief (Word): | deutsch english español |
Da sich eine Situation ändern kann, prüfen Sie bitte vor dem Versenden, ob die Briefaktion noch aktiv ist.
English version
Protect the land of Indigenous community
On 14 March, individuals violently destroyed a billboard installed by the Aseinpome Indigenous community within its recognised reserve, formally established by the National Lands Agency through Accord 219 of 2023 and publicly delivered by President Gustavo Petro on 6 October 2023. Later that day, armed men carrying long guns intimidated one of the community’s settlements. The billboard marked the existence of the reserve. Its destruction, together with the intimidation, is a threat to the lives and territorial rights of the Indigenous community, long contested by individuals claiming ownership of disputed lands in Puerto Gaitán (Meta). We urge the National Lands Agency (ANT) to visit the area and guarantee Aseinpome’s land and territorial rights.
The Orinoquian plains comprise vast territories with abundant water resources, enormous agricultural and livestock potential, and significant oil reserves. These lands, traditionally inhabited by Indigenous peoples, have for decades been subjected to violent occupation by actors seeking to seize the land, formalise ownership through fraudulent means, and then sell it to those interested in developing agro-industrial or oil projects.
At the same time, Indigenous communities and peasant communities, often created by people forcibly displaced from other parts of Colombia, have built settlements and maintained peasant practices that frequently clash with the interests of those who have seized the lands, or even those who have purchased it alleging good faith and the search for economic development. The State has long had the responsibility of clarifying land ownership, taking into account the rights of victims of dispossession and forced displacement. Despite the existence of a Land Restitution System and efforts to advance a rural reform, many conflicts remain, and peasant and Indigenous communities continue to face threats and attacks for defending their land and territorial rights.
The «Asentamiento Indígena del Porvenir Meta» (Indigenous Settlement of El Porvenir, Meta), or Aseinpome Indigenous community, is made up of 54 Sikuani and Kubeo families, with around 230 members. Their Sikuani ancestors were forcibly displaced from this territory in the mid-20th century by settlers who seized their lands through threats and violence, including «hunting» them. They fled south into the Amazon forest, where they encountered Kubeo families who were also victims of violence, even slavery. Together, they formed a community and spent decades moving across southern and eastern Colombia, enduring further violence and forced displacement, until they finally resettled in their ancestral lands in El Porvenir in 2015.
Their return was made possible after the State revoked fraudulent property titles held for decades by landowners linked to paramilitary groups, as part of the broader pattern of violent land accumulation during the Colombian armed conflict in the 20th and early 21st centuries. However, ownership of land in El Porvenir remains disputed between indigenous and peasant communities, and other individuals claiming they purchased the land in good faith or because they are part of the historical cycle of land accumulation. This situation is documented by Amnesty International in its 2014 report A land title is not enough: Ensuring sustainable land restitution in Colombia. Despite high-level judicial decisions aimed at resolving the dispute, tensions remain. In 2016, Constitutional Court ruling SU-426 ordered the National Lands Agency (ANT) to allocate the El Porvenir territory to its «historical inhabitants», but almost a decade later this order remains unimplemented.
Land disputes have led to repeated violence. The Aseinpome community has faced threats and attacks, including land invasions and the burning of indigenous homes, as highlighted in an urgent action in May 2020, and in general has been prevented from living peacefully, as documented in Amnesty International reports from 2020 and 2023 on violence against those defending land, territory and environmental rights in Colombia. Nearby peasant communities, including El Porvenir and Matarratón, have also been subjected to violence, as warned by Amnesty International’s urgent actions in 2015 and 2019. Luz Marina Arteaga, a historic leader and spokesperson for the land restitution process in Matarratón and El Porvenir, faced numerous threats for her work and was forcibly disappeared in January 2022. Her body was later found on the banks of the Meta River in Orocué, Casanare. More recently, Amnesty International issued an urgent action in December 2025 calling on Colombia’s Attorney General’s Office to investigate serious threats against community leaders.
In 2023, Aseinpome was formally recognised as an Indigenous reserve by the National Government through ANT Accord 219 of 2023, a milestone that should have helped resolve land disputes and end violent incidents. The decision was delivered in person by the President of the Republic to Aseinpome’s governor during a ceremony near El Porvenir. However, the community still lacks physical access to two-thirds of the land collectively titled to them, and the State has yet to guarantee effective control over their territory. Parts of the land remain occupied by other claimants, sustaining tensions and the risk of further violence.
On 2 and 3 March, the Aseinpome community installed billboards marking the existence of the Indigenous reserve and the ANT decision formalising it. On 14 March, one of the billboards was violently destroyed, and later on the night, armed men carrying long guns appeared near one of the community’s settlements and withdrew only when the Indigenous Guard arrived. These events were publicly denounced by the Corporación Claretiana Norman Pérez Bello, a human rights organisation that has long supported the territorial claims of Aseinpome and other Indigenous and peasant communities in the area.
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Please take action before 16 July 2026.
You'll find all necessary adddress- and social media information above. English model letter as a word-file.