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Urgent Action − Pakistan

Menschenrechtsverteidiger zu Unrecht in Haft

Am 16. März wurde Ali Wazir, Menschenrechtsverteidiger und ehemaliges Oppositionsmitglied der pakistanischen Nationalversammlung, unter Terrorvorwürfen in Hyderabad inhaftiert. Am selben Tag war er aus der Haft entlassen worden, nachdem der Oberste Gerichtshof von Sindh ihm in einem anderen Fall Kaution gewährt hatte. Seither sind zwei weitere Strafverfahren gegen ihn eingeleitet worden. Amnesty International fordert die pakistanischen Behörden auf, Ali Wazir sofort freizulassen.

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Setzen Sie sich für Ali Wazir ein:
Senden Sie einen Appellbrief per Post, per E-Mail und tweeten/posten Sie in den sozialen Medien( X/Twitter)

Mitmachen bis 22. Oktober 2026

Briefvorlagen

Adressen

Minsitrpräsident von Sindh:
Chief Minister Syed Murad Ali Shah
Chief Minister Office
Civil Lines, Karachi
Sindh
PAKISTAN
E-Mail: sindhcmhouse@gmail.com
X/Twitter: @MuradAliShahPPP / @SindhCMHouse


Kopien an

Asif Ali Zardari 
President of Pakistan 
Room No. 332, 3rd Floor, 
Aiwan-e-Sadr, 
Islamabad
PAKISTAN
E-Mail: presswing@president.gov 
X/Twitter: @PresOfPakistan / @AAliZardari  

Botschaft von Pakistan
Bernastrasse 47
3005 Bern
Fax: 031 350 17 99
E-Mail: parepbern@gmail.com

Social Media Guide

Targets:
Chief Minister Office, X/Twitter: @SindhCMHouse 
Chief Minister, X/Twitter: @MuradAliShahPPP 

Facebook: https://www.facebook.com/SindhCMHouse/ 
Instagram: https://www.instagram.com/sindhcmhouse/ 

X/Twitter account of Ali Wazir: 
@Aliwazirna50 

Please make sure to tag the targets in your posts, share, or retweet. 

Suggested messages:
1.)
Ali Wazir was released on 16 March after nearly 20 months under detention, only to be re‑arrested on the same day. 
This revolving‑door detention violates his right to liberty and due process. 
We call on Pakistani authorities to #FreeAliWazir and end his arbitrary detention. 

2.)
Over the past six years, Ali Wazir has spent almost four years in detention due to politically motivated cases. 

Authorities in Sindh must: 
✅ Release Ali Wazir immediately 
✅ Drop charges related to peaceful expression 
✅ Stop filing repeat cases 
✅ Ensure medical care and legal access 

3.)
Ali Wazir has faced nearly a dozen cases across three provinces simply to keep him under detention. 
This is punishment without trial. 
Pakistani authorities must release Ali Wazir immediately. 

Hashtags:
#FreeAliWazir 

Hintergrund

Es herrscht grosse Sorge über die anhaltende und willkürliche Inhaftierung des Aktivisten, Menschenrechtsverteidigers und ehemaligen Mitglieds der Nationalversammlung Ali Wazir. Gegen ihn laufen mehrere konstruierte Strafverfahren. Ali Wazir wurde am 16. März 2026 vom Obersten Gericht in Hyderabad gegen Kaution freigelassen, aber unter dem Anti-Terrorgesetz sofort wieder festgenommen. Seitdem ist er im Bezirksgefängnis Dadu inhaftiert und es laufen zwei weitere Strafverfahren gegen ihn, weil er angeblich zu «Hass» und «Aufruhr» gegen staatliche Einrichtungen angestiftet haben soll.

Seit August 2024 wurde Ali Wazir in mehr als einem Dutzend Fällen in den Provinzen Islamabad, Punjab, Belutschistan und Sindh inhaftiert, offenbar mit dem Ziel, ihn von seinen Aktivitäten gegen aussergerichtliche Hinrichtungen, das Verschwindenlassen von Personen sowie die Diskriminierung und Gewalt gegen die ethnische Minderheit der Paschtunen abzuhalten. Seine Anwält*innen haben erklärt, dass die Behörden ihm wiederholt den Zugang zu einem Rechtsbeistand verweigert haben und dass sie erhebliche Schwierigkeiten hatten, sich mit ihm zur Unterzeichnung grundlegender Dokumente wie einer Vollmacht zu treffen. Dies und die Tatsache, dass mehrere unbegründete Strafverfahren eingeleitet wurden und seine willkürliche Haft immer wieder verlängert wird, verletzen Ali Wazirs Recht auf Freiheit und auf ein faires Verfahren.

Ali Wazirs Gesundheit gibt ebenfalls Anlass zur Sorge, denn er ist Diabetiker und hat Herz- und Blutdruckprobleme, die sich während seiner Zeit im Gefängnis verschlimmert haben. Sein Sehvermögen hat sich aufgrund seiner Diabeteserkrankung und der Verweigerung angemessener medizinischer Versorgung erheblich verschlechtert. Seine Rechtsbeistände haben die Sorge geäussert, dass sich sein Sehvermögen weiter verschlechtern könnte, wenn nicht umgehend die richtige medizinische Versorgung gewährleistet wird.

Ali Wazir ist ein 49-jähriger Menschenrechtsverteidiger, der von 2018 bis 2023 Mitglied der Nationalversammlung war. Er wurde am 16. Dezember 2020 in Peschawar unter dem Vorwurf der Volksverhetzung und wegen mutmasslicher Reden gegen staatliche Einrichtungen in Karatschi festgenommen. Er blieb mehr als zwei Jahre in Haft und wurde erst am 14. Februar 2023 freigelassen, nachdem er in einem Fall freigesprochen und in drei ähnlichen Fällen gegen Kaution freigelassen worden war. Im August 2023 wurde er erneut festgenommen, zusammen mit Mitgliedern der Paschtunischen Tahafuz-Bewegung (PTM) und der Menschenrechtsanwältin Imaan Mazari-Hazir. Erst Monate später wurde er wieder freigelassen. Ali Wazir hat sich gegen die Taliban-Streitkräfte in Pakistan ausgesprochen, und seine Familie wurde von militanten Personen mit Gewalt ins Visier genommen. Dies führte zum Tod seines Vaters, zweier Brüder, zweier Onkel und dreier Cousins. Im Vorfeld der Wahlen in Pakistan gab es im Juni 2018 einen Mordanschlag in Wana in Süd-Waziristan, der sich mutmasslich gegen Ali Wazir richtete. Zwei Mitglieder der PTM-Bewegung wurden dabei getötet.

Ali Wazir ist ein prominenter Anführer der Paschtunischen Tahafuz-Bewegung (PTM), einer Bürgerrechtsbewegung aus der Provinz Khyber Pakhtunkhwa, die sich mit aussergerichtlichen Hinrichtungen, dem Verschwindenlassen von Personen sowie der Diskriminierung und Gewalt gegen die ethnische Minderheit der Paschtunen befasst. Die Untersuchungskommission der Regierung zum Verschwindenlassen gab an, dass sie bis November 2025 landesweit 10.718 Fälle untersucht hatte, von denen der grösste Teil, nämlich 3.674, aus Khyber Pakhtunkhwa stammte. Die zivilgesellschaftliche Organisation Defence of Human Rights verzeichnete im Jahr 2025 insgesamt 60 Fälle von Verschwindenlassen. Seit ihrer Gründung ist die PTM im Visier der pakistanischen Behörden und viele Mitglieder wurden rechtswidrig inhaftiert oder fielen dem Verschwindenlassen zum Opfer. Im Oktober 2024 verboten die pakistanischen Behörden die PTM, indem sie sie in die «Liste der verbotenen Organisationen» des Antiterrorgesetzes aufnahmen. Im März 2026 wies das Oberste Gericht von Peshawar einen Antrag zur Aufhebung des Verbots der PTM ab und forderte die Gruppe auf, sich an den Überprüfungsausschuss der Regierung zu wenden, um die Aufhebung des Verbots zu erreichen. Ein Antrag auf ein Ende des Verbots wird derzeit geprüft. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Urgent Action lag noch keine endgültige Entscheidung vor.

Ali Wazir wurde am 4. August 2024 im Zusammenhang mit einem Autounfall in der Hauptstadt Islamabad festgenommen. Unmittelbar nach seiner Festnahme wurden deswegen drei getrennte Strafverfahren gegen ihn eingeleitet; ihm wurden «Handgreiflichkeiten» gegen Polizeikräfte und Drogenbesitz vorgeworfen. Einen Monat später wurde in allen drei Fällen Kaution gestellt und er wurde freigelassen. Er wurde jedoch nicht freigelassen, sondern stattdessen in ein Gefängnis in Rawalpindi in der Provinz Punjab verlegt. Dort wurden zwei aufeinanderfolgende Präventivhaftanordnungen gemäss der Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung (MPO) ausgestellt, die eine Inhaftierung von bis zu 90 Tagen ohne Anklage oder Gerichtsverfahren erlaubt.

Später wurde Ali Wazir im Rahmen von drei verschiedenen MPO-Anordnungen nach Gujrat und Bhakkar in der Provinz Punjab verlegt. Anschliessend wurde er nach Sargodha City verlegt und in einem Fall von mutmasslichem Raubüberfall mit mehreren Personen (dacoity) in Haft gehalten.

Im Dezember 2024 wurde er nach Gadani, einer Stadt in der Provinz Belutschistan, verlegt und wegen eines im Jahr 2023 gegen ihn eingeleiteten Verfahrens inhaftiert. Ali Wazir konnte eine Kautionsstellung erreichen, wurde jedoch wegen eines anhängigen Antiterrorverfahrens nicht aus der Haft entlassen. Nachdem er in diesem zweiten Fall eine Kautionsstellung erlangt hatte, wurde er in ein Gefängnis in Chowki verlegt und unter zwei verschiedenen MPO-Anordnungen festgehalten.

Im Februar 2025 verlegte man Ali Wazir in ein Gefängnis in der Provinz Sindh, wo er seither inhaftiert ist. Ursprünglich wurde er im Rahmen eines Antiterrorverfahrens in Sukkur in Haft genommen. Nachdem er in diesem Fall gegen Kaution freigelassen werden sollte, erliessen die örtlichen Behörden eine MPO-Haftanordnung, die seine Freilassung verhinderte. Später wurde er nach Naushero Feroze und anschliessend nach Nawabshah verlegt, und zwar in Verbindung mit zwei getrennten Strafverfahren, in denen es um Reden ging, die er per Videoschaltung gehalten haben soll, während er sich in Haft befand.

Am 10. März 2026 gewährte der Oberste Gerichtshof von Sindh in Hyderabad Ali Wazir in dem letzten anhängigen Verfahren Kaution und entschied, dass es keine belastenden Beweise gegen ihn gebe und keine rechtliche Grundlage, um ihn weiterhin seiner Freiheit zu berauben. Trotz des Gerichtsbeschlusses verzögerte sich seine Freilassung aus verwaltungstechnischen Gründen, und er wurde erst am 16. März aus dem Zentralgefängnis in Sukkur entlassen. Weniger als vier Stunden nach seiner Freilassung wurde Ali Wazir erneut festgenommen. Sein Aufenthaltsort blieb fast zwei Tage lang unbekannt, was die Sorge aufkommen liess, er sei dem Verschwindenlassen zum Opfer gefallen. Er wurde am 18. März einem Antiterrorgericht in Naushero Feroze vorgeführt, nachdem seine Rechtsbeistände zwei Anträge eingereicht hatten. Während der Anhörung teilten die Behörden mit, dass etwa eine Stunde vor seiner erneuten Festnahme am 16. März eine Anzeige eingereicht worden war, in der Ali Wazir beschuldigt wurde, Reden gehalten zu haben, die zu «Hass» und Gewalt gegen staatliche Einrichtungen aufriefen. Anschliessend wurde er in Untersuchungshaft genommen. Daraufhin wurden zwei weitere Anzeigen auf Polizeistationen in Dadu und Jamshoro erstattet, die im Wesentlichen ähnliche Vorwürfe enthielten.

Details

UA-Nummer:
Erscheinungsdatum | Aktualisiert am:
Index:
UA 035/26
22.04.2026 | -
ASA 33/0917/2026
Voraussichtlich mitmachen bis: 22. Oktober 2026
Ganze Urgent Action (Word): deutsch
english
Nur der Modellbrief (Word): deutsch
english

Da sich eine Situation ändern kann, prüfen Sie bitte vor dem Versenden, ob die Briefaktion noch aktiv ist.

English version

Activist detained on trumped-up charges

On 16 March, Ali Wazir, human rights defender and former opposition member of Pakistan’s National Assembly, was arrested and detained under anti-terrorism charges in Hyderabad, Pakistan. This followed his release from detention earlier that day, having been granted bail by a bench of the Sindh High Court for another case. Since then, two additional cases have been filed against him. Since 2020, Ali Wazir has faced multiple arrests and has been charged in dozens of trumped-up cases intended to keep him in detention and silence him and his activism related to issues of extrajudicial executions, enforced disappearances, and discrimination and violence against the ethnic Pashtun minority. Ali Wazir’s 20-month detention and multiple cases filed against him speak to the unlawful and arbitrary tactics being deployed to silence him. Amnesty International urges the Pakistani authorities to immediately release Ali Wazir.

Ali Wazir is a 49-year-old human rights defender who has previously served as a member of the National Assembly from 2018 to 2023. He was arrested in Peshawar on 16 December 2020 on charges of sedition and allegations of delivering speeches against state institutions in Karachi. He remained in detention for more than two years and was released on 14 February 2023 after acquittal in one case and granted bail in three similar cases. He was arrested again in August 2023 along with Pashtun Tahafuz Movement (PTM) members and human rights lawyer Imaan Mazari-Hazir. He was released months later. Ali has been vocal against the Taliban forces in Pakistan and his family has faced targeted violence by militants which has resulted in the death of his father, two brothers, two uncles, and three cousins. There was an attempted killing in June 2018 believed to be against Ali Wazir in Wana, South Waziristan in the lead up to Pakistan’s general election. Two PTM members were killed in the attack.

Ali Wazir is a prominent leader of the Pashtun Tahafuz Movement (PTM), a grassroots civil rights movement from Khyber Pakhtunkhwa province highlighting issues of extrajudicial executions, enforced disappearances, and discrimination and violence against the ethnic Pashtun minority. The government’s Commission of Inquiry on Enforced Disappearances stated that as of November 2025, the Commission had investigated 10,718 cases nationwide, and largest share of these cases, 3,674, originated from Khyber Pakhtunkhwa. Civil society organization, Defence of Human Rights, recorded 60 cases of enforced disappearances in 2025. Since its inception, the PTM has faced an intense crackdown from Pakistani authorities, as many members have been unlawfully detained and subject to enforced disappearances. In October 2024, the Pakistani authorities placed a ban on PTM by placing it under the First Schedule for ‘List of Proscribed Organizations’ of the Anti-Terrorism Act. In March 2026 the Peshawar High Court dismissed a petition challenging the ban on PTM, urging the group to approach federal government’s review committee for de-proscription. An application for de proscription is currently under review, and no final decision had been issued at the time of publication of this urgent action.

Ali Wazir was arrested on 4 August 2024 in relation to a car accident in the capital city, Islamabad. Immediately after his arrest, three separate cases were registered against him for charges pertaining to the accident; «manhandling» police officials, and possession of drugs. He obtained bail in all three case a month later. However, he was not released and was instead transferred to prison in Rawalpindi, Punjab province under two consecutive preventive detention orders under the Maintenance of Public Or-der (MPO) Ordinance that allows for detention for up to 90 days without charge or trial. Later he was transferred to Gujrat and Bhakkar in Punjab province under three separate MPO orders. He was then transferred to Sargodha city and kept under detention for a case related to an alleged dacoity.

In December 2024, he was transferred to Gadani, a town in Balochistan province and detained for a case registered against him in 2023. Ali was able to receive bail, however, was not released as he was detained under an anti-terrorism case in the same city. After obtaining bail in the second case, he was transferred to a prison in Chowki and held under two separate MPO orders.

In February 2025, he was transferred to a prison in Sindh province where he has remained detained ever since. Initially, he was detained under an anti-terrorism case in Sukkur. After obtaining bail in that case, local authorities issued an MPO detention order, preventing his release. He was later transferred to Naushero Feroze and subsequently to Nawabshah in connection with two separate cases concerning alleged speeches purportedly delivered via video link while he was already in detention.

On 10 March 2026, a bench of the Sindh High Court in Hyderabad granted Ali Wazir bail in the final pending case and ruled that there was no incriminating evidence against him and no lawful basis to continue depriving him of his liberty. Despite the court order, his release was delayed due to administrative reasons, and he was eventually released from Sukkur Central Prison on 16 March. Less than four hours after his release, Ali Wazir was re-arrested. His whereabouts remained unknown for nearly two days, raising concerns of enforced disappearance. He was produced before an Anti-Terrorism Court in Naushero Feroze on 18 March, following the filing of two separate applications by his legal team. During the hearing, authorities disclosed that a First Information Report (FIR) had been registered approximately one hour prior to his re-arrest on 16 March, alleging that Ali Wazir had made speeches inciting «hatred» and violence against state institutions. He was subsequently remanded to judicial custody. Following this, two additional FIRs were registered at police stations in Dadu and Jamshoro, containing substantially similar allegations.

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Please take action before 22 October 2026.

You'll find all necessary adddress- and social media information above. English model letter as a word-file.