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Urgent Action − Pakistan

Bruder von Menschenrechtsverteidigerin Opfer des Verschwindenlassens

Dad Shah, der Bruder der bekannten Menschenrechtsverteidigerin Fozia Baloch, fiel am 21. April in seinem Zuhause in Karatschi in der Provinz Sindh dem Verschwindenlassen zum Opfer. Verantwortlich sind dafür offenbar Sicherheitskräfte der Abteilung für Terrorismusbekämpfung. Obwohl zahlreiche Augenzeug*innen anwesend waren, hat die Polizei den Fall nicht angemessen untersucht. Seine Familienangehörigen wurden seither schikaniert und von Ordnungskräften willkürlich inhaftiert, weil sie sein «Verschwinden» thematisierten. Das Verschwindenlassen von Dad Shah, dessen Schwester sich für die Menschenrechte in Belutschistan einsetzt, ist offensichtlich Teil eines umfassenderen Vorgehens gegen belutschische Aktivist*innen. Amnesty International fordert die Behörden auf, Schicksal und Verbleib von Dad Shah unverzüglich aufzuklären, ihn freizulassen und den Schikanen gegen ihn und seine Familie ein Ende zu setzen.

Jetzt mitmachen

Setzen Sie sich für Dad Shah ein:
Senden Sie einen Appellbrief per Post, E-Mail und tweeten/posten Sie in den sozialen Medien (X/Twitter, Facebook oder Instagram).

Mitmachen bis 29. November 2026

Briefvorlagen

Adressen

Ministerpräsident:
Chief Minister Syed Murad Ali Shah
Chief Minister Office, Civil Lines
Karachi, 74000, Sindh
PAKISTAN
E-Mail: sindhcmhouse@gmail.com
X/Twitter: @MuradAliShahPPP und @SindhCMHouse 

Kopien an 

Botschaft von Pakistan
Bernastrasse 47, 3005 Bern
Fax: 031 350 17 99
E-Mail: parepbern@gmail.com

Asif Ali Zardari
President of Pakistan
Room No. 332, 3rd Floor,
Aiwan-e-Sadr, 44040,
Islamabad
PAKISTAN
E-Mail: presswing@president.gov
X/Twitter - Official handle (X): @PresOfPakistan
X/Twitter -Personal handle (X): @AAliZardari

Social Media Guide

Targets:
X/Twitter - Chief Minister Office: @SindhCMHouse 
X/Twitter - Chief Minister: @MuradAliShahPPP
Facebook page: https://www.facebook.com/SindhCMHouse/
Instagram profile: https://www.instagram.com/sindhcmhouse/ 

Asif Ali Zardari, President of Pakistan 
X/Twitter - Official handle (X): @PresOfPakistan
X/Twitter -Personal handle (X): @AAliZardari

Please make sure to tag the targets in your posts, share, or retweet. 

Suggested message 1:
Dad Shah was forcibly disappeared from his home in Karachi, Pakistan on 21 April 2026, allegedly by CTD personnel. More than a month later, his family has no answers regarding his whereabouts. 

Authorities must urgently reveal his fate and ensure his safe return. 

#EndEnforcedDisappearances 

Suggested message 2:
Dad Shah, a 38 year-old Baloch man, was forcibly disappeared from his one on 21 April 2026. His family believes he is being punished for his sister’s activism. 

Pakistani authorities must ensure his immediate and safe return, and end all reprisals against family members of activists. 

#EndEnforcedDisappearances 

Suggested message 3:
After Dad Shah was forcibly disappeared from his home on 21 April 2026, his mother and sister tried to speak about his case. 

They were met with harassment and arbitrary arrest merely for campaigning for their son and brother. 

Silencing families only deepens injustice. 

Authorities must end reprisals. 

Return Dad Shah NOW. 

Suggested message 4:
🚨 Urgent Action: Pakistan

Dad Shah was forcibly disappeared on 21 April. 
His family faced harassment when they spoke out. 

📢 Call on authorities to reveal his fate, ensure his safety, and end reprisals. 

#EndEnforcedDisappearances

Hashtags:
#EndEnforcedDisappearances 

Hintergrund

Dad Shah, ein Belutsche aus Karatschi, wurde Opfer des Verschwindenlassens und seine Familie im Zuge dessen schikaniert und eingeschüchtert. Dad Shah wurde am 21. April offenbar von Angehörigen der Abteilung für Terrorismusbekämpfung der Polizei, die sich in Begleitung von Personen in Zivil befanden, aus seinem Zuhause abgeführt. Seither ist sein Aufenthaltsort unbekannt, und die Behörden haben keinerlei Informationen zu seinem Schicksal oder Verbleib bekannt gegeben.

Die Familie von Dad Shah stiess zunächst auf Widerstand seitens der Polizei, als sie eine angemessene Untersuchung seines Verschwindens forderte. Als die Polizei dann doch eine Strafanzeige aufnahm, wurden die Behörden darin nicht genannt. Am 25. April wurde die Schwester von Dad Shah, die Menschenrechtlerin Fozia Baloch, und seine Mutter daran gehindert, eine Pressekonferenz abzuhalten. Sie wurden misshandelt und willkürlich von der Polizei inhaftiert. Bei derartigen Massnahmen scheint es sich um Vergeltungsmassnahmen gegen Familienangehörige zu handeln, nur weil diese sich für die Rechte ihrer Familienmitglieder einsetzen. Dieses Vorgehen stellt eine Beeinträchtigung ihres Rechts auf freie Meinungsäusserung dar.

Es ist nicht das erste Mal, dass Dad Shah «verschwunden» ist. Er wurde im August 2023 Opfer des Verschwindenlassens und Berichten zufolge während seiner Haft unter Druck gesetzt, dem Engagement seiner Schwester für die Menschenrechte in Belutschistan ein Ende zu setzen. Dad Shah leidet an mehreren Allergien, und seine Familie sorgt sich um seine Gesundheit, da er weiterhin vermisst wird. Diese Vorgeschichte verstärkt die Sorge um seine Sicherheit und das Risiko von Folter und anderen Misshandlungen.

Dad Shah, ein 38-jähriger Mann belutschischer Herkunft mit Wohnsitz in Karatschi in der Provinz Sindh, arbeitete zusammen mit seinem Bruder in einem familiengeführten Geschäft. Er interessiert sich sehr für Lyrik und die Übersetzung literarischer Werke in die belutschische Sprache und hat seine Arbeiten oft in den Sozialen Medien geteilt. Seine Schwester, Fozia Baloch, ist eine bekannte Menschenrechtsaktivistin aus Belutschistan. Sie gehört der Bewegung Baloch Yakjehti Committee (BYC) an, die sich für die Rechte von Familien einsetzt, die nach verschwundenen Angehörigen suchen, und unterstützt Familien, die Gerechtigkeit für die Opfer aussergerichtlicher Hinrichtungen fordern.

Das Baloch Yakjehti Committee (BYC) ist eine friedliche Basisbewegung, die sich für die Menschenrechte in Belutschistan einsetzt. Gegen die Organisation gingen die Behörden in den vergangenen Jahren hart vor. Ihre Führung, darunter die Aktivist*innen Mahrang Baloch, Bebarg Zehri, Beebow Baloch, Shah Jee Sibghat Ullah und Gulzadi Baloch, befindet sich seit über einem Jahr in rechtswidriger Untersuchungshaft. Grundlage ist ein geheimes Verfahren aufgrund konstruierter Anklagen wegen terrorismusbezogener Straftaten. Auch Aktivist*innen, Anwält*innen und Journalist*innen, die sich gegen dieses harte Vorgehen aussprechen, werden zur Zielscheibe. Im Januar 2026 wurden die Menschenrechtsanwält*innen Imaan Mazari und Hadi Ali Chatta, die auch Mahrang Balochs Rechtsbeistände in mehreren Verfahren in Islamabad sind, zu zehn Jahren Haft verurteilt, weil sie in Social-Media-Beiträgen ihre Solidarität mit belutschischen Aktivist*innen, insbesondere mit Mahrang Baloch, bekundet hatten. Der Journalist Sohrab Barkat wurde im Dezember 2025 ebenfalls festgenommen und steht unter Anklage, weil er in den Sozialen Medien Beiträge über Belutschistan veröffentlicht hatte. Im Oktober 2025 wurden Dutzende belutschischer Aktivist*innen, darunter Mitglieder der BYC, gemäss Paragraf 11-EE des Antiterrorgesetzes auf eine «Terror-Beobachtungsliste» gesetzt. Dadurch wurde die Rechte auf Freiheit und Bewegungsfreiheit der Aktivist*innen stark eingeschränkt. Kürzlich verhängten die lokalen Behörden in der Provinz Sindh Beschränkungen für Mitglieder der BYC hinsichtlich der Teilnahme am jährlichen Frauenmarsch in Karatschi, dem «Aurat March Karachi», am 10. Mai. Die Begründung lautete, es handele sich um eine «verbotene Organisation» nach dem Antiterrorgesetz von 1997, obwohl eine derartige Einstufung unter dem Gesetz überhaupt nicht erfolgt war.

Nachdem Dad Shah in Karatschi «verschwand», wandten sich seine Angehörigen an die örtliche Polizeistation, um Anzeige wegen seiner Entführung zu erstatten. Die Polizei weigerte sich jedoch, eine Anzeige aufzunehmen. Als die Anzeige schliesslich vier Tage später doch aufgenommen wurde, erfolgte sie gegen «unbekannt», obwohl die Familie darauf bestanden hatte, Sicherheitskräfte namentlich zu nennen.

David Shahs Schwester, Fozia Baloch, und seine Mutter beschlossen, am 25. April im Presseclub von Karatschi eine Pressekonferenz zum Verschwinden von Dad Shah abzuhalten. Als sie am Presseclub ankamen, hatte die Polizei das Gelände bereits abgesperrt und hinderte sie daran, sich an die Medien zu wenden. Auf dem Heimweg wurden Fozia Baloch und ihre Mutter von der Polizei angehalten, misshandelt, festgenommen und in einem Strafverfahren erfasst. Sie wurden kurz darauf wieder freigelassen, und das Verfahren wurde eingestellt.

Fälle von Verschwindenlassen in der Provinz Belutschistan sowie von Angehörigen der belutschischen Gemeinschaft sind umfassend dokumentiert. Nach Angaben der staatlichen Untersuchungskommission für Fälle von Verschwindenlassen hat die Kommission bis November 2025 landesweit 10.718 Fälle untersucht. Die Organisation Defence of Human Rights (DHR) hat seit 2006 insgesamt 3.140 Fälle dokumentiert. Davon sind 1.362 Personen nach wie vor «verschwunden». 2025 haben sie 60 weitere Fälle verzeichnet. Pakistan ist kein Vertragsstaat des Internationales Übereinkommens zum Schutz aller Personen vor dem Verschwindenlassen. Auch gibt es in Pakistan kein Gesetz gegen das Verschwindenlassen. Amnesty International hat bereits zuvor dokumentiert, dass Angehörige von Verschwundenen häufig Schikanen, rechtwidriger Inhaftierung und staatlicher Überwachung ausgesetzt sind, insbesondere wenn sie sich öffentlich zu Wort melden und sich für die Rückkehr ihrer Familienangehörigen einsetzen.

Details

UA-Nummer:
Erscheinungsdatum | Aktualisiert am:
Index:
UA 056/26
29.05.2026 | -
ASA 33/1057/2026
Voraussichtlich mitmachen bis: 29. November 2026
Ganze Urgent Action (Word): deutsch
english
Nur der Modellbrief (Word): deutsch
english

Da sich eine Situation ändern kann, prüfen Sie bitte vor dem Versenden, ob die Briefaktion noch aktiv ist.

English version

Activist’s brother forcibly disappeared

Dad Shah, brother of well-known woman human rights defender Fozia Baloch, was forcibly disappeared from his home in Karachi, Sindh, on 21 April by state officials allegedly belonging to the Counter Terrorism Department. Despite the presence of multiple eyewitnesses when he was taken, the police have failed to adequately investigate the case, and his family members have since been harassed and arbitrarily detained by law enforcement for raising the issue of his disappearance. The disappearance of Dad Shah, whose sister advocates for human rights in Balochistan, is seemingly part of a wider crackdown on Baloch activism. Amnesty International calls on the authorities to immediately reveal the fate and whereabouts of Dad Shah and release him and cease harassment of him and his family.

Dad Shah, a 38-year-old man of Baloch ethnicity residing in Karachi, Sindh province worked with his brother at a family-owned shop. Dad Shah has a keen interest in poetry and translating literary works in-to Balochi language and often shared his work on social media. His sister, Fozia Baloch, is a well-known woman human rights defender from Balochistan affiliated with the Baloch Yakjehti Committee (BYC) and actively campaigns for the rights of families searching for their disappeared loved ones and has supported families demanding justice for victims of extrajudicial executions.

The Baloch Yakjehti Committee (BYC) is a peaceful grassroots civil rights movement advocating for human rights in Balochistan. The organization has been subjected to a crackdown in recent years, with its leadership, including activists Mahrang Baloch, Bebarg Zehri, Beebow Baloch, Shah Jee Sibghat Ullah, and Gulzadi Baloch, under unlawful pre-trial detention in a secret trial for over a year under trumped up anti-terrorism charges. Activists, lawyers and journalists speaking up against this crackdown are also being targeted. In January 2026, human rights lawyer, Imaan Mazari and Hadi Ali Chatta, who are also Mahrang Baloch’s lawyers in several cases in Islamabad, were sentenced to 10 years of imprisonment for social media posts expressing solidarity with Baloch activists, particularly Mahrang. Journalist Sohrab Barkat was also arrested in December 2025 facing charges of posting on social media about Balochistan. In October 2025, dozens of Baloch activists, including members of BYC, were placed under section 11-EE of the Anti-Terrorism Act, constituting a «terror watch list», severely curtailing the right to liberty and movement of the activists. Recently, local authorities in Sindh province placed re-strictions on members of the BYC from attending the annual women’s march in Karachi, Aurat March Karachi, on 10 May, stating that the organization was a «proscribed organization» under the Anti-Terrorism Act, 1997 despite no such designation being done under the law.

After Dad Shah was forcibly disappeared during a raid at his family home in Karachi, his family approached the local police station to file a complaint regarding his abduction, but the police refused to file a First Information Report (FIR). Eventually, when the report was registered four days later, it was against «unknown persons» despite the family’s insistence that state personnel be named.

His sister, Fozia Baloch, and his mother decided to hold a press conference at the Karachi Press Club on 25 April regarding Dad’s disappearance. When they arrived at the press club, the police had already cordoned off the premises and prevented them from addressing the media. On their way back home, Fozia and her mother were stopped by the police, subjected to ill-treatment, arrested, and booked in a criminal case. They were released shortly after, and the case was dismissed after a legal challenge in court.

Enforced disappearances in Balochistan province and against people of Baloch ethnicity have been extensively documented. According to the government’s Commission of Inquiry on Enforced Disappearances, as of November 2025, the Commission had investigated 10,718 cases nationwide. The Defence of Human Rights (DHR) has documented 3,140 cases since 2006, of which 1,362 victims remain forcibly disappeared. It documented 60 additional cases in 2025. Pakistan is not signatory to the International Convention for the Protection of All Persons from Enforced Disappearance and has no law criminalizing enforced disappearances. Amnesty International has previously documented that families of the disappeared are often subjected to harassment, unlawful detention and surveillance by the state, especially if they speak up and campaign for the return of their family members.

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Please take action before 29 November 2026.

You'll find all necessary adddress- and social media information above. English model letter as a Word-file.