In Kürze
Heute haben international tätige Unternehmen dank der Globalisierung mehr Macht und Einfluss als je zuvor. Sie stehen in der Verantwortung, Menschenrechte zu achten, da unternehmerisches Handeln – besonders in globalen Lieferketten – direkte Auswirkungen auf Arbeitsbedingungen, Sicherheit und Umwelt hat. Laut den Uno-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte müssen Firmen denn auch Menschenrechte in ihrer Geschäftstätigkeit respektieren. Doch einige der transnationalen Unternehmen verletzen Menschenrechte, verschärfen die Armut, belasten die Umwelt oder verstärken den Klimawandel.
Die Staaten haben eine Schutzpflicht, das heisst sie müssen Gesetze erlassen, die Unternehmen zur Achtung der Menschenrechte verpflichten, und muss deren Einhaltung überprüfen. Die staatliche Regulierung ist jedoch oft unzureichend - auch in der Schweiz -, da verbindliche Sorgfaltspflichten fehlen oder nicht durchgesetzt werden.
Die Konzernverantwortungsinitiative
Fallbeispiele von Menschenrechtsverletzungen durch internationale Konzerne
Shells Verschmutzung des Nigerdeltas
Die Ölgewinnung im Niger Delta verursacht seit Jahrzehnten weitreichende Umweltverschmutzung und beeinträchtigt die Menschenrechte der dort lebenden Bevölkerung massiv. Die Menschen fordern Gerechtigkeit ein und haben trotz riesigen Hindernissen erste Erfolge verbucht.
Bhopal: Auch nach Jahrzehnten keine Gerechtigkeit
Vor 40 Jahren kam es im indischen Bhopal zu einem schrecklichen Industrieunfall. Bis heute leiden die Menschen an den Folgen der Katastrophe.
Trafigura: Vom Giftabfall betroffene Gemeinschaften brauchen endlich Antworten
Mehr zum Thema Wirtschaft und Menschenrechte
- AMNESTY-Magazin Dezember 2024 – Konzernverantwortung
Gleiche Spielregeln für alle
Im Januar lanciert die Koalition für Konzernverantwortung eine neue Initiative, um die Tätigkeit von multinationalen Unternehmen mit Sitz in der Schweiz zu regulieren. Im Gespräch erzählt Danièle Gost...
- AMNESTY-Magazin Dezember 2024 – Versöhnung
Gemeinsam für Majevica
In Bosnien-Herzegowina formiert sich breiter Widerstand gegen die Förderung von Lithium durch den Schweizer Konzern Arcore. Einstige Feind*innen engagieren sich gemeinsam gegen den Abbau.
- Sudan
Konfliktpartei nutzt französische Militärtechnologie
Eine neue Untersuchung von Amnesty International zeigt, dass in gepanzerten Mannschaftstransporten der paramilitärischen Gruppierung Rapid Support Forces (RSF) Militärtechnologie aus Frankreich zur Ve...
- Saudi-Arabien
Von Carrefour beschäftigte Arbeitsmigranten ausgebeutet und betrogen
Laut Amnesty International wurden Arbeitsmigranten, die in Saudi-Arabien an den Franchise-Standorten des französischen Handelsriesen Carrefour beschäftigt waren, von Personalvermittlungsagenturen getä...
- Unternehmensverantwortung
Elektroautos: Amnesty International warnt vor Menschenrechtsrisiken in Lieferketten
Die Elektroauto-Riesen BYD, Mitsubishi und Hyundai schneiden in einem neuen Menschenrechts-Ranking von Amnesty International am schlechtesten ab. Recherchen von Amnesty zeigen auf, dass die weltweit f...